Würselen: Noch reichen die Parkplätze in Würselen aus

Würselen : Noch reichen die Parkplätze in Würselen aus

„Subjektiv gesehen gibt es in der Würselener Innenstadt nicht genügend Parkplätze, objektiv betrachtet ist da eine gute Ausstattung vorhanden.“ So fasste CDU-Ratsherr Alexander Eck im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss das Ergebnis eines Gutachtens des Eschweiler Ingenieursbüros Igepa zusammen.

Immerhin sind in der Innenstadt 1682 Stellplätze vorhanden, wie eine Begutachtung ergeben hat. Der Ausschuss beschloss daraufhin nur eine geringfügige Änderung bei der Bewirtschaftung von Parkplätzen. So soll in der Grevenberger Straße zwischen Bahnhof- und Lehnstraße von Zone E (ohne Beschränkungen) in Zone C (maximal zwei Stunden mit Parkscheibe, Anwohner unbegrenzt) gewechselt werden.

In der Grevenberger Straße zwischen Bahnhof- und Lehnstraße soll die Begrenzung auf zwei Stunden per Parkscheibe eingeführt werden. Für Anwohner bleibt es beim unbegrenzten Parken.

Gutachten vorgestellt

Markus Geuenich vom Ingenieurbüro Igepa hatte zuvor detailliert das Ergebnis der Untersuchung des Bestands und der jeweiligen Nutzungszeiten sowie ein paar Empfehlungen zur Änderung der Bewirtschaftung bzw. Klassifizierung der Stellplätze vorgetragen. Das Ergebnis: „Insgesamt betrachtet sind heute noch ausreichende Stellplatzkapazitäten vorhanden.“

81 Einzelbereiche, letztlich zusammengefasst in sieben Zonen, wurden an zwei Werktagen genau unter die Lupe genommen. Erfasst wurden Zahl der Stellplätze, Auslastung und Parkdauer und ob es sich um freie Parkplätze, Anwohnerparkplätze, mit Parkbeschränkung via Blauer Scheibe oder gebührenpflichtige Flächen handelt. Ebenso wurde nachgehalten, ob es Parkplätze von Unternehmen (wie zum Beispiel Banken) oder Areale der Kommune sind.

Besonders interessant ist, dass eine erkennbare Mehrheit im Ausschuss weiter von dem (geltenden) Beschluss abrückt, den Vorplatz der Kirche St. Sebastian in eine reine Grünfläche umzuwandeln. Entsprechend war die Umwandlung auch in den Förderantrag zum Integrierten Handlungskonzept (IHK) aufgenommen worden. 70 Prozent an Zuschuss werden hierfür erwartet.

Den ersten kleinen Schritt zurück hatte bereits der Haupt- und Personalausschuss getan, indem er aufgrund von zwei die Umwandlung in Grün kritisierenden Bürgeranträgen entschieden hatte, vor der Umwandlung in eine Grünfläche erst einmal die Ergebnisse eines noch zu erstellenden Verkehrs- und Parkraumkonzepts abzuwarten. Im nun vorgelegten Gutachten wird empfohlen, angesichts des festgestellten Bedarfs mindestens 15 Parkplätze dort zu belassen. Allerdings, so gibt die Verwaltung zu bedenken, würde so die Förderung des Landes entfallen. Nach der Devise „wenn schon, denn schon“ sollten deshalb fünf Abstellmöglichkeiten mehr, also 20, realisiert bzw. besser ausgebaut werden. Die Kosten in Höhe von 220.000 Euro müsste die Kommune dann aber aus eigenen Mitteln aufbringen.

Nach intensiver Debatte inklusive fünfminütiger Sitzungsunterbrechung zwecks Selbstfindung der Fraktionen wurde beschlossen, eine definitive Entscheidung erst einmal zu verschieben und den status quo beizubehalten, um die Förderung zum Umbau des Platzes nicht vorzeitig und möglicherweise unnötiger Weise aufs Spiel zu setzen. Schließlich stehe man ja erst am Anfang der Umsetzung des auf mehrere Jahre angelegten IHK.

Außerdem, so der sachkundige Bürger Dr. Irg Müller (SPD), sei der Wunsch nach einem Parkraumkonzept mit dem nun vorliegenden Gutachten nur teilweise erfüllt. Es fehle die Perspektive, die Darstellung von Potenzial inklusive „fußläufiger Anbindungen“. Das heißt: Parken ist das eine, anschließend zu Fuß zum eigentlichen Ziel zu kommen, eine andere Sache.

Mit Blick auf die Diskussion der weiteren Nutzung und Bebauung des Singergeländes mit Wohnhäusern wurde von dem Beschlussvorschlag abgerückt, neben den ohnehin dann fälligen und nachzuweisenden Stellflächen auf dem Areal schon mal 15 öffentliche Stellplätze mit Blick auf den zu erwartenden Parkdruck auf der Bahnhofsstraße einzufordern.

Auch Theo Scherberich (UWG) sieht in dem Gutachten nur einen ersten Schritt. Ihm fehlt bei der Parkraumkonzeption gänzlich der Standort der geplanten neuen Gesamtschule an der Krottstraße und dessen Umfeld sowie das Euregiokolleg. Dieser Parkdruck müsse berücksichtigt werden.

Dr. Renate Knauf würde — ganz Grüne — an der Kirche St. Sebastian weiterhin gerne die Umwandlung in eine Grünfläche sehen, erkennt aber grundsätzlich schon den Bedarf an weiteren Parkplätzen gerade mit Blick auf das Singergelände.

Hans Carduck (FDP) sagte, das Gutachten habe wichtige Erkenntnisse geliefert, die Grundlage weiterer Überlegungen sind. Zudem habe sich das „Provisorium an St. Sebastian“ bewährt.

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