Neujahrsempfang der Stadt Würselen

Prof. Dr. Rudolf Mathar skizziert Entwicklung am Flugplatz Merzbrück : Plus für Umwelt, Wachtsum, Wohlstand

Gut gefüllt war die große Aula des städtischen Gymnasiums an der Klosterstraße. Bürgermeister Arno Nelles hatte zum Neujahrsempfang der Stadt Würselen geladen.

Dieser Einladung folgten nicht nur zahlreiche Ratsmitglieder, auch Abordnungen der Würselener Vereine und Institutionen waren gekommen, zusätzlich Vertreter der Geschäftswelt, Herbert May als stellvertretender Kreishandwerksmeister, Axel Wirtz als stellvertretender Städteregionsrat und Helmut Etschenberg, der erst zum Jahreswechsel als Städteregionsrat in den wohlverdienten Ruhestand oder auch Unruhestand verabschiedet worden war. Interessiert war er vor allem an dem Beitrag des Gastredners, Prof. Dr. Rudolf Mathar von der RWTH Aachen, denn in dessen Ausführungen ging es um den „Forschungsflugplatz“ Merzbrück, der Etschenberg seit vielen Jahren am Herzen liegt.

Zunächst gehörte jedoch die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums den „Sternsingern XXL“ der Pfarre St. Sebastian. Unter der Leitung des Diakons Franz-Josef Lang stimmten große und kleine Sternsinger die Gäste mit Musik auf die Sammelaktion für Kinder in Peru und der ganzen Welt ein. Als Überraschung hatten sie für Bürgermeister Nelles ebenfalls eine Sammelbüchse und einen Sammlerausweis dabei, die der erste Bürger der Stadt dankend annahm und gleich in den Reihen der Gäste verschwand, um zusammen mit den jungen Sternsingern reichlich Spenden zu akquirieren.

Schulden abgebaut

In seiner Ansprache ging Arno Nelles auf den schwierigen Start in das Jahr 2018 ein. Er erinnerte an den tragischen Tod eines Kindes im Freizeitbad Aquana, die Sturmschäden dort und an kleine und große „Pannen“ zum Beispiel bei den Planungen zur Gesamtschule, wofür Nelles um Entschuldigung bat.

Aber er hatte natürlich auch viele positive Aspekte zu berichten, die vielfach in das neue Jahr hineinspielen. Der vorbildliche Einsatz der Feuerwehr, der Polizei, der Rettungsdienste und der Enwor beim Brand einer Umspannstation an der Bahnhofstraße mit großflächigen, aber glücklicher Weise nur kurzzeitigen Stromausfällen. Und natürlich die neue Gesamtschule. Sie ist „voll im Zeit- und vor allem im Finanzplan“, so Nelles. Einer Eröffnung der Lehranstalt im Sommer sollte nichts mehr im Weg stehen. Darüber hinaus sprach Nelles die weitere Ertüchtigung des Gymnasiums und die Realisierung des Sportparks hinter dem Aquana an.

Zum inzwischen zehnten Mal hatte Nelles als Bürgermeister der Stadt Würselen zu diesem Neujahrsempfang geladen. Eins machte ihn nun besonders stolz: In diesen Jahren sei es Dank der sehr guten Arbeit der Verwaltung - hier dankte er vor allem dem Ende des Jahres in den Ruhestand gehenden Ludwig Bremen – gelungen, die jährliche Neuverschuldung von vormals rund 15 Millionen Euro gegen „0“ zu fahren und gleichzeitig noch 35 Prozent der Altschulden von fast 120 Mio. Euro abzubauen.

Mit den besten Wünschen an alle leitete Nelles zum Vortrag von Prof. Dr. Rudolf Mathar über. Dieser machte sich stark für den „Forschungsflugplatz“ Merzbrück. Er mahnte an, Zukunft neu zu denken. Die Region habe nach Stein- und Braunkohleabbau vieles zu bieten und vor allem viele Möglichkeiten. Die Verbindung der RWTH zum Flugplatz Merzbrück ist eine Chance, so Mathar, die Region als Standort für Hochtechnologie weiter auszubauen und zu stärken. Die Verschwenkung und Verlängerung der Landebahn bedeute keine höhere Belastung für die Anlieger, sie sei die Chance, die Belastungen zu verringern, wobei er die weitere Entwicklung von Elektroflugzeugen ansprach. Das Planfeststellungsverfahren für den neuen Flugplatz sei abgeschlossen, zur Zeit liefen Bodendenkmalerkundigungen, Ausgleichsflächen für Wildtiere und Vögel seien vorhanden. Das Land Nordrhein-Westfalen stelle vier Millionen Euro bereit, weitere vier Millionen Euro kämen aus dem Verkehrsministerium für Forschungszwecke. Die FH wolle auf Merzbrück 3,5 Millionen Euro investieren, erste „Start up´s“ seien bereits erfolgt, um Elektroflugzeuge zu entwickeln und zu bauen.Mathar sagte: „Auf Merzbrück kann Hochtechnologie konzentriert werden. Das bringt für die gesamte Region nicht nur ein Plus für die Umwelt, es bringt Wachstum und Wohlstand. Ich freue mich darauf, helfen Sie mit, die Zukunft zu gestalten.“

(da)
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