1. Lokales
  2. Nordkreis

Broichweiden: Neues Gerätehaus motiviert Wehrleute

Broichweiden : Neues Gerätehaus motiviert Wehrleute

Nachdem er nun fast zehn Jahre lang in einem Provisorium untergebracht war, kann der Löschzug Broichweiden in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Würselen bald ein neues Feuerwehrgerätehaus an der Eschweiler Straße beziehen.

Am Samstag, 12. Juni, werden Bürgermeister Werner Breuer und der stellvertretende Leiter der Würselener Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Ralf Jüsgens, den ersten Spatenstich vornehmen. Unser Mitarbeiter Markus Roß sprach mit Jüsgens, dem Löschzugführer der Weidener Wehr.

Zurzeit haust der Löschzug Broichweiden noch in der alten Container-Unterkunft am Weidener Marktplatz. Spatenstich und Baubeginn für die neue Unterkunft stehen kurz bevor. Was ist geplant?

Ralf Jüsgens: Nachdem in den letzten Jahren viele zugesagte Termine zum Spatenstich des neuen Gerätehauses platzten, stehen wir jetzt kurz vor der Realisierung des Bauvorhabens. Fakt ist, dass die Planungen - unter der Beteiligung des Löschzuges beziehungsweise der Löschzugführung - bereits sehr weit fortgeschritten sind. Geplant ist eine zweckdienliche Unterkunft mit einer dreistelligen Fahrzeughalle und einem zweigeschossigen Verwaltungstrakt mit Sozialräumen und einem Schulungsraum in Stahlbaukonstruktion. Die Wandverkleidungen erfolgen mit Gasbetonplatten.

Trotz knapper öffentlicher Mittel realisiert die Stadt Würselen diesen Neubau. Wird die Würselener Feuerwehr von Verwaltung und Politik auch darüber hinaus ausreichend unterstützt?

Jüsgens: Stadtrat und Verwaltung gilt für die Unterstützung ein Wort des Dankes, denn Sie haben stets ein offenes Ohr für die Belange der Wehr. Es ist jedoch logisch, dass sich auch die Feuerwehr dem allseits bekannten Sparzwang unterwerfen muss - jedoch nur, soweit dies nicht zu Lasten der Sicherheit der Würselener Bürger geht. Man darf nicht verkennen, dass die Sicherstellung des Brandschutzes eine so genannte „Pflichtaufgabe” der Kommune ist. Die Größe des Haushaltsdefizits darf dabei keine entscheidende Rolle spielen.

Feuerwehr und Ehrenamt sind eng miteinander verbunden. In Ihrem Löschzug wurden im vergangenen Jahr insgesamt nahezu 7700 Dienststunden geleistet, eine beachtliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 500 Stunden. Wie schaffen Sie und Ihre Kameraden diese engagierte Feuerwehrarbeit und woher nehmen Sie Ihre Motivation?

Jüsgens: In der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, die ehrenamtlichen Helfer zu motivieren. Hier sind vor allem die Führungskräfte gefordert. Ein vernünftiger Umgang miteinander und Veranstaltungen zur Kameradschaftspflege sollen die Motivation fördern. Hierin werden auch die Lebenspartner und Lebenspartnerinnen einbezogen. Ohne deren Verständnis wäre eine engagierte Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr kaum denkbar. Nach einem Einsatz gibt oft schon das Gefühl, einem in Not geratenen Menschen geholfen zu haben, Kraft für weitere Einsätze.
Ein kleines Wort des Dankes steigert das Engagement der Helfer zusätzlich. Einige Firmen und auch Privatleute erhöhen die Motivation durch Sach- und sonstige Spenden.

Welche Auswirkungen hat der Bau des neuen Gerätehauses?

Jüsgens: Seitdem die Planungen zum Neubau des Gerätehauses konkrete Formen angenommen haben, stelle ich im Löschzug Broichweiden eine stärkere Motivation fest. Aufgrund der momentanen Situation auf dem Arbeitsmarkt stehen aber teilweise weniger freiwillige Kräfte zum Übungs- und Einsatzdienst bereit. Zur Kompensierung hat die Stadt Würselen aber die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache durch Neueinstellungen personell verstärkt.