Herzogenrath: Neuer Moses soll im August 2015 seinen Platz einnehmen

Herzogenrath: Neuer Moses soll im August 2015 seinen Platz einnehmen

Nach eins und zwei folgt drei: das gilt nun auch für den Fall Moses in Herzogenrath. Nachdem die erste Moses-Statue im Februar 1934 von Nazi-Schergen zerstört und der im September 1962 aufgestellte Moses Nummer zwei im April dieses Jahres gestohlen wurde, soll am 16. August 2015 Moses der Dritte seinen Stammplatz nahe dem Herzogenrather Bahnhof finden.

Es ist ein strammer Zeitplan, den sich die Bürgerstiftung als Initiatorin des neuen Moses-Denkmals gesetzt hat. „Aber machbar“, wie der neue Vorstand der Bürgerstiftung erklärt. „Der Sandstein wird von den Nivelsteiner Sandwerken gestiftet, hier hat Inhaber Charles Russel bereits grünes Licht gegeben“, sagt Stiftungs-Geschäftsführer Dr. Heribert Mertens. Der bisherige Sockel, der einen Teil des Ur-Moses enthält, und sich derzeit in sicherer Obhut beim Bauhof der Stadt befindet, soll nicht nur erhalten werden, sondern auch eine Überarbeitung erhalten, die an den zweiten Moses erinnert.

„Die Höhe der Gesamtskulptur wird drei Meter betragen“, verrät der neue Stiftungs-Vorsitzende Peter Waliczek. Dazu gesellt sich eine Gedenktafel, die an die unfreiwillig wechselvolle Geschichte des Moses und der Stadt Herzogenrath erinnert. Mit der Nennung von Gesamtkosten, die zwischen 32.000 und 34.000 Euro liegen, sowie der Möglichkeit, sich per Spende ab 1000 Euro aufwärts ebenfalls auf der Gedenktafel verewigen zu lassen, sind die bisher bekannten Eckpunkte des neuen Moses für Roda abgearbeitet.

Was bis Mitte August 2015 dann noch fehlt, ist die Moses-Figur selbst. Dessen zweite Reinkarnation soll durch einem Skulpturenwettbewerb gewährleistet werden, der mit „Moses 3“ überschrieben ist. Hierfür zeichnet Professor Dr. Fritz Rohde vom Forum für Kunst und Kultur Herzogenrath verantwortlich, der die Ausschreibungsunterlagen erstellt hat. „Der Wettbewerb wird öffentlich ausgeschrieben“, erklärt Rohde, der einen genauen Ablaufplan skizziert hat. Am 15. November startet die Ausschreibung, die nicht nur in einschlägigen Kunstzeitschriften in NRW und eventuell auch in den Niederlanden, sondern auch im Internet unter www.buergerstiftung-herzogenrath.de abrufbar sein wird.

Bis zum Bewerbungsschluss am 31. Januar läuft der Preiswettbewerb für die Sandstein-Skulptur „Moses 3“. Eingereichte Entwürfe, Skizzen, Fotos und Modelle werden von einer „international besetzten Jury“ in Augenschein genommen. Sechs bis acht Entwürfe sollen ausgewählt werden, die in einer Ausstellung, Vernissage am 22. Februar, der Öffentlichkeit gezeigt werden. Öffentlichkeit ist das Stichwort für die Bürgerstiftung, denn im Gegensatz zum zweiten Moses, der nach Ansicht einiger Menschen „eher gewöhnungsbedürftig“ gewesen sei und allein vom damaligen Stifter Ferdinand Bernhard Schmetz ausgewählt worden war, sollen die Menschen ihre Meinung zum neuen Moses mit einbringen dürfen.

Die endgültige Entscheidung, welcher Moses in Nivelsteiner Sandstein realisiert wird, trifft dann der Vorstand der Bürgerstiftung unter Berücksichtigung der Empfehlungen. „Dabei wollen wir ganz klar auch die Geschichte des Moses in Erinnerung rufen“, sagt Peter Waliczek. „Moses ist schließlich nicht nur eine Skulptur, sondern hat auch eine Bedeutung“, wie Dr. Heribert Mertens unterstreicht. Dennoch soll, so sagt Professor Rohde, eine Skulptur realisiert werden, die in die Zeit passt: „Es geht um Qualität, und wir werden künstlerische Maßeinheiten anlegen.“ Dann kann zumindest nicht das passieren, was Dr. Manfred Fleckenstein vom Stiftungsrat der Bürgerstiftung zum zweiten Moses bemerkte: „Der war eine große Überraschung und sorgte teils auch für Entsetzen bei den Bürgern.“

Am 3. März werden die 19 Entscheider von der Bürgerstiftung dann festlegen, welcher Entwurf in fünfmonatiger Bildhauerarbeit zum dritten Moses in Herzogenrath wird. Und zur voraussichtlichen Enthüllung am 16. August soll es dann wieder ein Volksfest geben, bei dem natürlich nicht nur die bisherigen Sponsoren, enwor, Sparkasse Aachen, VR-Bank Würselen sowie Nivelsteiner Sandwerke, Grund zum Feiern haben.

(mabie)
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