Baesweiler: „Neuer Markt”, neue Hoffnung

Baesweiler: „Neuer Markt”, neue Hoffnung

„Schauen Sie, was hier los ist”, sagt Maria Wagner und zeigt auf die leeren Kunden-Stühle in ihrem an der Hauptstraße gelegenen Reisebüro. „Setterich ist zurzeit fast tot.” Was nicht nur an den aktuellen Strukturen in der Altgemeinde sowie an der Wirtschaftskrise liege.

Auch die gewaltige Baustelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite macht Geschäftsfrau Wagner zu schaffen. Krach statt Kunden - „trotzdem begrüße ich das Projekt sehr”, sagt sie. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine.

Derzeit entsteht auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Areal zwischen Hauptstraße, Adenauerring und Schnitzelgasse ein Geschäftszentrum, das die Planer des Aachener Projektentwicklers Landmarken AG „Neuer Markt Setterich” getauft haben. 4800 Quadratmeter Einzelhandels- und Gewerbefläche wird derzeit geschaffen, für die Kunden entstehen 114 kostenlose Parkplätze.

Landmarken AG-Vorstand Norbert Hermanns spricht von einer „sehr guten Entwicklung”, die Setterich bevorstehe, von einer „schönen und komfortablen Situation, wie es sie in Orten dieser Größe oft nicht mehr gibt”. Der „Neue Markt Setterich” werde attraktiv gestaltet und die Nahversorgung Setterichs langfristig stärken.

Mit ins Boot geholt hat Projektentwickler Hermanns bereits acht von insgesamt zehn potenziellen Mietern, die das Einkaufszentrum mit (Geschäfts)leben füllen sollen: unter anderem Rewe mit einem Vollsortimentmarkt, Penny als Discounter, einen Drogeriemarkt, einen Textilhändler. Das bestehende Einzelhandelsangebot, so Hermanns, soll in erster Linie sinnvoll ergänzt werden. Seine Prognose: „Der ,Neue Markt Setterich´ wird ein Anker für die vorhandenen Geschäfte.”

Darauf hofft auch Reisebüro-Chefin Maria Wagner. „Vielleicht habe ich dann auch mal Kunden, die nicht aus Setterich kommen.” Zuversichtlich ist wenige Meter weiter auch Elektrofachhändlerin Brigitte Froesch. „Ich finde das Projekt sehr gut und verspreche mir einiges davon.” Denn „zurzeit ist in Setterich ja fast nichts los”.

Im nächsten Frühjahr, Hermanns hat den Mai im Blick, sollen die Läden des „Neuen Marktes” bereits ihre Türen öffnen. Derzeit lägen die Bauarbeiten prima im Plan, der schon am Mauerwerk erkennbare Rewe-Markt beispielsweise werde noch in diesem Jahr ein Dach bekommen. Insgesamt werden an der Hauptstraße bis zu zehn Millionen Euro investiert, wie Hermanns betont. Ein Großteil davon fließt an Bau- und Handwerksbetriebe aus der Region.

Auch die Stadt Baesweiler wird in den nächsten Wochen Aufträge zu vergeben haben. Sie baut den „Marktplatz” an der Ecke Schnitzelgasse/Hauptstraße, auf dem künftig - unterstützt durch ein entsprechendes gastronomisches Angebot - Café-Atmosphäre zu spüren sein soll.

Die konkrete Planung für den „Marktplatz”, der auch ein Alternativstandort für den Wochenmarkt ist, wird in den nächsten Tagen politisch beraten und soll schnellstmöglich in die Tat umgesetzt werden. Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens geht davon aus, dass auch der „Marktplatz” im nächsten Mai fertiggestellt sein wird.

Die städtebauliche Entwicklung Setterichs ist damit jedoch mitnichten abgeschlossen. So steht im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt Setterich” eine kräftig vom Bund geförderte soziale und städtebauliche Frischzellenkur an, die im Bau des „Haus Setterich” als neue Begegnungsstätte an der Emil-Mayrisch-Straße gipfelt.

Und die verkehrsgeplagten Anwohner und Geschäftsleute an der Hauptstraße (B57) sehnen bereits die Fertigstellung der Ortsumgehung B57n herbei. Wenn Ende 2010 - so jedenfalls kalkuliert der verantwortliche Landesbetrieb Straßen NRW - das erste Teilstück fertig ist, kann die Hauptstraße heruntergestuft und verkehrsberuhigt zurückgebaut werden.

Geschäftsfrau Maria Wagner jedenfalls hofft, „dass sich auf schnellstem Wege etwas tut”.