Herzogenrath: Neuer Golfplatz in Kerkrade: Auf deutsche Standards hinweisen

Herzogenrath: Neuer Golfplatz in Kerkrade: Auf deutsche Standards hinweisen

Überraschungsgast Maurice Stevens, Leiter des Bau- und Umweltamtes von Kerkrade, hat im Herzogenrather Umwelt- und Planungsausschuss weitere Details zum Thema „Großgolfanlage um Rolduc“ vorgetragen.Zur Vorgeschichte: Das Vorhaben der Stiftung „Le Golf de Rode le Duc“ hatte zuletzt besorgte Bürger und die Stadt Herzogenrath auf den Plan gerufen.

Man sah Probleme im Nebeneinander von Wohngebieten und Golfbetrieb. Nach Änderung der Planung soll die Anlage ausschließlich auf niederländischem Terrain angelegt werden.

Das hat zur Folge, dass die Beteiligungsmöglichkeiten Herzogenraths stark eingeschränkt sind. Unter engen Nachbarn sorgte das für Irritationen. Natürlich kann die Stadt Herzogenrath zu dem Planungsverfahren eine Stellungnahme abgeben und könnte Klage vor dem Raad van State, dem höchsten niederländischen Verwaltungsgericht, anstrengen, wenn die Ausführungen der deutschen Seite keine Berücksichtigung finden würden.

Allerdings, so die Erläuterungen der Verwaltung, käme es bei der Erfolgsaussicht einer solchen Klage auf „eine subjektive Rechtsverletzung des Klägers“ an. Heißt: Möglicherweise wäre zwar die Planung der Niederländer rechtswidrig, die Stadt Herzogenrath selbst aber in ihren Rechten nicht verletzt. Die Schlussfolgerung der Verwaltung: „Unmittelbar betroffene Anwohner sollten daher selbst sowohl Stellungnahmen im Verfahren einreichen als auch den Klageweg selbst beschreiten.“

Ein Nebeneinander von Baugebieten und Golfplätzen sei grundsätzlich möglich, wenn die Planungsgrundsätze für Golfplätze des Bundesinstituts für Sportwissenschaft zugrunde gelegt werden würden. Darauf will Herzogenrath den Nachbarn Kerkrade innerhalb der Offenlegungsfrist der Pläne bis 21. September in einer Stellungnahme hinweisen.

Laut Maurice Stevens von der Gemeinde Kerkrade habe die Stiftung darauf verzichtet, auch deutsches Gebiet mit zu überplanen, weil man nur noch ein Genehmigungsverfahren haben wollte. Der Bischof stünde dem Vorhaben positiv gegenüber, weil das Clubhaus in einem Gebäudeteil der Abteianlage von Rolduc untergebracht werden soll. Eine Gesetzesänderung in den Niederlanden im Jahre 2012 habe dazu geführt, dass für den Golfplatz keine aufwendige Umweltverträglichkeitsprüfung mehr notwendig sei.

„Das bedeutet aber nicht, dass nicht doch eine Reihe von Umweltaspekten zu berücksichtigen sind“, sagte Stevens. Kerkrade sei nicht an dem Projekt beteiligt, habe aber planungsrechtlich darüber zu befinden. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Der Rat stehe dem aber positiv gegenüber. Im Oktober soll ein erster Entwurf des geänderten Bebauungsplanes vorgelegt werden.

Wann letztlich mit dem Bau des Golfplatzes begonnen werden könne, hänge von der Stiftung ab und wann diese das Geld für das Großprojekt zusammenbringe. „Im schnellsten Falle könnte der Rat im Dezember oder Januar entscheiden und die Änderung des Bebauungsplanes beschließen“, sagte der Leiter des Kerkrader Umwelt- und Planungsamtes. Theoretisch könnte im Jahre 2018 der Betrieb aufgenommen werden.

Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) gab dem Gast noch die Problematik „Abschlag nahe der Bebauung“ und Lärmbelastung beim Rasenmähen auf den Weg. Stefan Becker (CDU) bat darum, die Ausführungen zur Umweltverträglichkeit im Eurodegremium vorzustellen. Toni Ameis (Die Linke) meldete Bedenken gegen die derzeitige Planung von Loch 12 an. „Das muss anders geplant werden.“