Nordkreis: Neue Zielgruppen: VHS soll zusätzliche Angebote entwickeln

Nordkreis: Neue Zielgruppen: VHS soll zusätzliche Angebote entwickeln

Die Volkshochschule Nordkreis Aachen hat auf den wachsenden Bedarf an Deutschkursen reagiert. Die Zahl wurde mittlerweile von 14 auf 21 erhöht, wie VHS-Leiterin Jana Blaney im Gespräch mit unserer Zeitung sagte.

Noch verfüge die VHS über genügend Dozenten, um die Nachfrage zu decken. Das könne sich aber ändern, wenn der Bedarf schnell weiter steige. Auch dank der Spendenbereitschaft unserer Leser und der Aktion „Menschen helfen Menschen“ hatte ein zusätzlicher Deutschkurs für 20 Flüchtlinge eingerichtet werden können.

Interessanter Weise bietet zudem die VHS Nordkreis Aachen Ehrenamtlern in Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen, die mit ihrer Arbeit zum Beispiel in den Erstaufnahmequartieren neu angekommenen Asylbewerbern erste Basiskenntnisse in Deutsch vermitteln möchten, spezielle Schnellkurse an. „Wir schulen diese Freiwilligen gerne“, betont Jana Blaney. Wer auf diese Unterstützung zurückgreifen möchte, wende sich laut Blaney bitte an Waltraud Pennartz, zuständig für Deutsch- und Integrationskurse, die in der VHS-Geschäftstelle Würselen unter Telefon 02405/4258175 erreichbar ist.

Mit dem Wechsel an der Spitze der VHS Nordkreis — Blaney folgte im August auf den langjährigen Leiter Henry Engel — ist es nicht getan. Die Bildungseinrichtung steht bei den hauptamtlichen Kräften vor einem Generationswechsel. „Es ist beeindruckend, dass Mitarbeiter seit 30 Jahren und mehr bei uns sind“, zollt die neue Chefin ihrem Team Respekt. „Damit wird viel Know-how verloren gehen.“

So wird zum Beispiel Anne Münter, stellvertretende VHS-Leiterin und Fachbereichsleiterin Gesundheit, Ende Januar ausscheiden. Mit Daniela Freiberger, die aus Düren stammt, steht die Nachfolgerin bereits fest. Mit einer „gesunden Mischung“ aus jüngeren und älteren Mitarbeitern will Blaney, die zuvor stellvertretende Leiterin der VHS Oldenburg war, die VHS Nordkreis weiterentwicklen.

So soll etwa das Team für jedes Jahr ein Schwerpunktthema entwickeln, an dem alle Fachbereiche in der Umsetzung teilhaben. Sie plant, etwa die Alsdorfer Geschäftsstelle, die in einer ehemaligen Schule am Überach Weg untergebracht ist, nicht nur als Treffpunkt für VHS-Kursteilnehmer attraktiver zu machen, sondern generell die Öffentlichkeit zum Besuch des Hauses zu bewegen. Die Möglichkeiten will sie mit der für das Gebäude zuständigen Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft Alsdorf GmbH und deren Geschäftsführer Dieter Sandlöbes ausloten.

Problem ist aus ihrer Sicht, dass das Gebäude zwar fachgerecht über eine Reihe von Unterrichtsräumen verfügt, aber nicht über einen größeren Raum für Veranstaltungen. Aber gerade im Sommer kann das Haus mit Blick auf die interessante Außenanlage und das umgebende Grün eine einladende Stätte der Begegnung werden, sagt sie.

Blaney hat vor, weitere Bildungsangebote zu schaffen und Serviceleistungen anzubieten. Sie ist oft im Nordkreis unterwegs, um mit möglichst vielen Initiativen und Einrichtungen in Kontakt zu kommen und Kooperationen anzusprechen. Dabei will sie auch gerne mit den vier Kommunen, die ja die VHS Nordkreis tragen, enger zusammenarbeiten. Auch Wirtschaft und Unternehmen hat sie im Blick. Sie hat vor, auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnittene Firmenkurse ins Programm aufzunehmen.

Beeindruckt ist Blaney von dem Zuspruch, den die VHS und auch sie im Nordkreis erfährt. So nahmen bei einer Veranstaltung in Baesweiler auf einen Schlag mehrere Hundert Senioren teil, wie sie erzählt. „Die Resonanz spricht für das Zusammengehörigkeitsgefühl und den hohen Identifikationsgrad mit der eigenen Heimat.“ Dies hätte sie so nicht im Raum Oldenburg erlebt. Zusätzliche Motivation für Blaney, sich in ihr neues Umfeld schnell einzuarbeiten.