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Nordkreis: Neue Seminarreihe für Reiter

Nordkreis : Neue Seminarreihe für Reiter

David de Wispelaere sitzt hoch zu Ross, auf seinem Rücken trägt er eine aufwändige Kamerakonstruktion. „Action!” - In der tierärztlichen Fachklinik für Pferde in Lichtenbusch sind die Dreharbeiten zum Film „Stimmen der Pferde” in vollem Gange - aufgenommen von der Filmcrew, die auch für den deutschen Trailer zu Steven Spielbergs „Jurassic Park” verantwortlich gewesen ist.

In einer spektakulären 3-D-Animation wird die Anatomie eines Pferdes beim Ritt gezeigt und wie der Reiter dabei auf den Körper des Tieres einwirkt - einige Bilder werden selbst den Laien aufrütteln.

„Immer bessere Pferde kommen an immer schlechtere Reiter”, mahnt Patrick Roggenbau, Manager des Ausbildungsstalls de Wispelaere im Branderhof. Bei einer Zahl von rund anderthalb Millionen Reitern in ganz Deutschland ein bedenklicher Trend.

Der gerade abgedrehte Film ist die Umsetzung des Buches „Finger in der Wunde” von Pferdefachtierarzt Dr. Gerd Heuschmann. Der Experte ist am 24. August zu Gast auf Gut Branderhof und will in dem vom Reitverein Aachen und vom Ausbildungsstall de Wispelaere veranstalteten Seminar Reitern und Pferdeliebhabern vermitteln, welche Methoden langfristig Körper und Seele des Tieres schaden und welche für ihr Pferd gesund sind.

„Jeder, der sein Pferd wirklich liebt und daran interessiert ist, wie es biomechanisch funktioniert, sollte an dem Seminar teilnehmen”, so Roggenbau. Durch seine scharfe Kritik an den in der letzten Zeit üblich gewordenen Trainingsmethoden von der Freizeitreiterei bis hin zum Spitzensport wolle Heuschmann ganz bewusst eine Diskussion anregen, die im Seminar aufgegriffen werden dürfe.

Das Interesse am Pferd verlagere sich immer weiter in die Richtung des Sports; dabei würden jedoch viele in den Sport einsteigen, ohne eine echte Beziehung zum Pferd zu haben, erklärt Patrick Roggenbau weiter.

Dem theoretischen Teil mit Vortrag und Filmvorführung folge daher ein praktischer Part mit sogenannten „Problempferden”, mit denen konkrete Lösungswege erarbeitet werden sollen.

„Mit kleinen Mitteln kann man viel erreichen”, sagt Patrick Roggenbau. Zu diesem Anlass wird außerdem die „Piaffe”-Stallplakette an Dressurreiter David de Wispelaere vergeben, der sich um den pferdegerechten Umgang (die sogenannte „horsemanship”) verdient gemacht hat.

Fortgesetzt wird die Seminarreihe am Branderhof mit einer weiteren international renommierten Reiterpersönlichkeit: Am 20. und 21. September gibt Arthur Kottas-Heldenberg, der ehemalige Erste Oberbereiter der Spanischen Hofreitschule zu Wien, einen Einblick in die klassische Ausbildung.