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Würselen: Neue Notdienstpraxis im Rhein-Maas-Klinikum eröffnet

Würselen : Neue Notdienstpraxis im Rhein-Maas-Klinikum eröffnet

Um 14.45 Uhr wurde das Band vor dem kleinen Eingang zur neuen Notdienstpraxis der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein am Rhein-Maas-Klinikum (RMK) symbolisch durchtrennt. Patienten der Region steht seit dem gestrigen Freitag direkt neben dem Hauptportal nun eine Notdienstpraxis zur Verfügung — die Notfallambulanz erhofft sich dadurch eine spürbare Entlastung.

Neben RMK-Geschäftsführer René A. Bostelaar richtete auch der scheidende Städteregionsrat Helmut Etschenberg im Vorfeld einige warme Worte an die geladene Festgesellschaft. Unter anderem hatten sich auch Vertreter der Kommunen Herzogenrath, Alsdorf, Stolberg und natürlich Würselen eingefunden. Es mute „fast schon luxuriös“ an, was dem Besucher der neuen Praxis auf den ersten Blick geboten werde, meinte Etschenberg.

„Investition war überfällig“

Mehrere hunderttausend Euro sind in die entsprechende Einrichtung und die Installation geflossen — laut Etschenberg eine Investition, die überfällig war. „Es wurde ferner auch in etablierte Strukturen des RMK weiter investiert. Für den Patienten soll eine optimale wie reibungslose Erst- und Weiterversorgung gewährleistet sein.“ Besonders die Notfall-Ambulanz am RMK habe in den vergangenen Monaten in gewisser Hinsicht eine Doppelaufgabe erfüllen müssen. „Es war suboptimal, dass Patienten eher zufällig in der Notaufnahme gelandet sind. Es herrschte Unklarheit, wann man diese wirklich aufsuchen sollte und wohin man im einzelnen zu gehen hat“, erläuterte Etschenberg.

Mit Festredner Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Hauptstelle Düsseldorf, war sich der Städteregionsrat einig: „Echte“ Notfälle sowie Beschwerden, die im Zuge der hausärztlichen Regelversorgung behandelt werden sollten, müssen jeweils kanalisiert werden. Laut Bergmann dürfe es zu keiner Gewohnheit werden, bei jeglicher Art von Beschwerden direkt die Notambulanz zu nutzen und im Zweifel sogar hausärztliche Wartezeiten zu umgehen.

Ressourcenschonung auf allen Ebenen sei ein Schlüsselziel — eine Notfallversorgung sei keine erweiterte Sprechstunde der Regelversorgung. Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Kreisstelle Aachen-Land, zeigte sich erleichtert, dass das „Projekt mit Ausstrahlungskraft“ gestemmt werden konnte. Alle Beteiligten hätten gut zusammengearbeitet und etwaige Probleme schnell lösen können. In Bezug auf den alten Standort Bardenberg versprach Etschenberg, man werde diesen „nicht im Regen stehen lassen“.

Das Versorgungsangebot solle weiterhin hochwertig bleiben. Eine Reha-Klinik und ein Ausbildungszentrum für Pflegeberufe sollen in Bardenberg Platz finden, so der Städteregionsrat.