Herzogenrath: Neue Moses-Statue wird am 31. Oktober eingeweiht

Herzogenrath: Neue Moses-Statue wird am 31. Oktober eingeweiht

„Das ist Naturmaterial, da steckt man nicht drin“, sagt Cornel Bücken. Und mit seinen von vielen Jahren als Bildhauer geprägten, rauen Händen fährt er nochmal sanft über den Nivelsteiner Sandstein, der auf der Freifläche seiner Werkstatt an der Weidstraße liegt. Einmal 16 Tonnen und einmal 12 Tonnen Stein liegen dort. Sie sollten eigentlich die Basis werden für den neuen Moses.

„Doch der Sandstein war defekt“, bedauert Cornel Bücken. Damit wird aus dem eigentlich dritten Moses sozusagen „Moses 3.1“. „Um den Entwurf umsetzen zu können, mussten wir Änderungen vornehmen, in Absprache mit den Künstlern“, erklärt Sohn Sven Bücken. Herauskommen werden zwei Kuben zu jeweils 50 Zentimetern Kantenlänge und einer Höhe von 2,44 Meter.

Sie nehmen die ausgezeichnete Idee auf, quasi die „Gussform“ des zweiten Moses zu stilisieren und dessen Verschwinden so in die Kunst einbauen. Der zweite Moses, ein Bronzeguss; wurde im April 2014 gestohlen, die Täter blieben unbekannt. Nach einem Wettbewerb für einen neuen Moses, der den vakanten Platz am Bahnhof Herzogenrath füllen soll, stieß die Bürgerstiftung Herzogenrath auf einen Entwurf von David Mannstein und Maria Vill. „Der war aber leider im von der Familie Russel gestifteten Stein nicht umsetzbar“, sagt Cornel Bücken.

Risse im Naturmaterial verhinderten dies, so wurde gegen eine Aufwandsentschädigung von rund 3000 Euro für Transport und Zuschnitt weiteres Material aus dem Herzogenrather Steinbruch verwandt, dass ohne Probleme verarbeitet werden konnte. „Ursprünglich war es für den Aachener Dom gedacht, doch dank Dombaumeister Helmut Maintz durften wir diesen als Reserve gedachten Stein für den Moses nutzen“, freut sich Cornel Bücken.

Umdenken angesagt

Doch bis am Samstag, 31. Oktober, mit einem großen Volksfest ab 15 Uhr die Enthüllung des neuen Moses starten kann, muss noch viel Handarbeit in die neue Statue investiert werden. Eingebettet in eine Rasenpflanzung und voraussichtlich mit einer Beleuchtung versehen, wird sie ab Ende Oktober zu bewundern sein.

Der Steinstaub, der zwischen den Fingern durchrinnt, ist nur ein Problem, mit der sich die beiden Steinkünstler auseinandersetzen. „Steinstaub ist sehr aggressiv“, sagt der 63-jährige Cornel Bücken. Darum wird mit Schutzmasken gearbeitet und von Hand, denn nur so ist die feine Struktur des Moses, der wie frisch aus dem Stein entschlüpft scheint, zu schaffen. „Wir haben sogar eigens Werkzeuge anfertigen lassen, etwa für die Krone“, sagt Sven Bücken.

Schwierig ist es aber auch, eine Negativ-Form zu gestalten, wie sie der Entwurf vorsieht. „Das ist ein großer Umdenkungsprozess“, sagt Cornel Bücken. Aus seiner Zeit als Radprofi weiß er, dass Aufgeben keine Option ist, sondern der Weg das Ziel beschreibt, auch wenn er beschwerlich ist. Wer sich den „Zwischenstand“ des Moses ansieht, findet Handwerkskunst und Idee im Einklang.

So geben die beiden Kuben einen genau definierten Raum frei. Darin kann das Licht über die funkelnden Oberflächen des fein geschliffenen Steins wandern und den nicht mehr vorhandenen „Moses 2“ wieder sichtbar machen. Dass der Moses mit Verspätung ankommt, sei kein Beinbruch, finden beide Bückens: „Wie gesagt: Naturmaterial, da steckt man nicht drin.“

(mabie)