Neue Gesamtschule Würselen startet Sommer 2019

Rohbau steht, Innenausbau läuft : Gesamtschule Würselen im Zeitplan

Die Arbeiten zur Errichtung der neuen Gesamtschule in Würselen liegen im Zeitplan, wie bei einer Baustellenbegehung zu erfahren war. Die Übergabe der Schule an die Stadt ist für den Juli 2019 geplant. Zum Schuljahr 2019/20 soll der Betrieb beginnen.

„Arriba!“, sagt der Bauarbeiter - und schon klettert sein Kollege, offenbar ebenfalls aus dem spanischen Sprachraum stammend, die Leiter hinauf aufs Gerüst und klebt ein weiteres Stück sandfarbener Klinkerverblendung an die Fassadendämmung der neuen Gesamtschule an der Krottstraße in Würselen. Der Rohbau der für rund 860 und etwa 75 Lehrer ausgelegten Schule ist fast zeitgerecht fertig geworden.

Der Blick vom Dach der neuen Gesamtschule Richtung Sportplatz. Foto: Karl Stüber

Der Innenausbau schreitet zügig voran, sagt Arndt Theisgen, der Projektleiter des federführenden Bauunternehmens Goldbeck aus Bielefeld, beim Rundgang. Verzögerungen, etwa durch einen unverhofft vorgefundenen alten Brunnen (drei Meter Querschnitt, 20 Meter tief), der noch aus der Zeit stammt, als das Gelände dem Bahnbetrieb diente, sind gemeistert worden.

Der Versuch aus Reihen von Anwohnern, die sich gegen den Gesamtschulneubau an dieser Stelle wenden, den Bau vor Gericht per Dringlichkeitsentscheidung zu stoppen, sind gescheitert, wie Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen sagt: „Das Gericht hat keine Gründe für eine Dringlichkeit gesehen.“ Bald werde Richtfest gefeiert. „Ich finde, die Schule wird sehr schön“, sagt Lothar Winkler, der für die Stadt Würselen das Bauprojekt begleitet.

Fernwärme: Die Leitung zum Blockheizkraftwerk am Freizeitbad Aquana wird verlegt. Foto: Karl Stüber

In den drei Bauteilen (die Baukörper der Gesamtschule bilden ein H) ist bereits teilweise der Estrich in den Räumen aufgebracht. Heizung, Lüftung und Elektrik müssen eingebaut werden. Kabelbündel hängen von den Decken. Überall „wuseln“ Handwerker durch die Räume. „Im Schnitt sind hier täglich gut 50 Leute von 7.30 bis 17 Uhr im Einsatz“, sagt Theisgen.

Der Schwerlastverkehr, mit dem die vorgefertigten Betonteile angeliefert worden sind, die nach dem Baukastenprinzip zum Rohbau zusammengefügt wurden, ist beendet. „Wir haben seit Mai in kurzer Zeit den Bau hochgezogen, auch um die Belastungen für die Nachbarn so gering wie möglich zu halten“, sagt der Projektleiter. „Jetzt kommen überwiegend nur kleinere Fahrzeuge der Handwerker, die den Innenausbau betreiben.“

Der Innenausbau der neuen Gesamtschule läuft auf vollen Touren. Foto: Karl Stüber

„Das ist die schnellste und sauberste Baustelle, die ich je gesehen habe“, sagt Beigeordneter von Hoegen. Im Juli soll die Schule „abgenommen“ und an die Stadt Würselen übergeben werden, so dass die zur Zeit im Gebäude der alten Hauptschule und der Realschule untergebrachte Schulgemeinschaft pünktlich zum Unterrichtsjahr 2019/20 einziehen kann.

Der Skepsis von Anwohnern gegenüber dem anfallenden Bauschutt wird von den Verantwortlichen mit dem Hinweis auf die gutachterliche Kontrolle der Stoffe und der Belastungen begegnet. Vor Abfuhr und auch bei Anlieferung beim Entsorger würden Laborproben vorgenommen. Der Erste Beigeordnete sagt: „Das wird alles dokumentiert.“

Photovoltaikanlage


Bei der Begehung des Dachs fällt ins Auge: Die Halterungen für die Belüftung wurden bereits installiert. Sind die Abdichtarbeiten beendet, wird noch eine große Photovoltaikanlage aufgestellt. Von Hoegen will bei dieser Gelegenheit mit einem Gerücht aufräumen: „Die Wilhelmstraße wird nicht wegen des Neubaus der Gesamtschule ausgebaut.“

Das Dach wird angedichtet. Foto: Karl Stüber

Vielmehr handele es sich um das letzte noch nicht angepasste Stück der Verbindung vom Gewerbegebiet Kaninsberg bis zur B 57. Das gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) geförderte Vorhaben sei schon seit Jahren in der Planung. Mit den Umbaumaßnahmen der Wilhelm- und der Krottstraße werde nach Eröffnung der neuen Gesamtschule begonnen.

Der Rohbau wird mit gelben Elementen verklinkert. Foto: Karl Stüber
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