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Alsdorf: Neubau: SPD favorisiert Mariadorf

Alsdorf : Neubau: SPD favorisiert Mariadorf

Mit neuen Argumenten gegen eine Sanierung des städtischen Gymnasiums in Ofden wartete die SPD-Fraktion am Dienstagabend auf. Und mit einer Überraschung: Einen Neubau favorisiere sie nun in Mariadorf, nicht mehr im Annapark. Eine Maßnahme gegen die Schülerabwanderung.

Das hohe Risiko versteckter Mängel bei der Sanierung sowie die ungeregelte Finanzierung des 12,2 Millionen Euro-Projekts aus städtischen Mitteln waren stärkste Munition von Gustl Rinkens, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden. Werde die Schulpauschale des Landes auf Jahre ausschließlich in die Baustelle in Ofden gelenkt, wäre die Instandhaltung an anderen Plätzen erledigt. In Ost würde der geplante Sportplatz nicht realisiert. Wiederum zum Nachteil von Sportvereinen (Kellersberg) deren Spielstätten doch zum Wohl des städtischen Haushalts als Bauland verkauft werden sollen.

Nicht nur die Schulpauschale, eine Menge Fördermittel bis zu Zuschüssen der Europäischen Gemeinschaft könnten angefragt werden, hielt Beigeordneter Klaus Spille dem entgegen. Andere Schulstätten müssten also nicht darben.

Übergroße Eile

Gustl Rinkens blieb hart: „Im Fachausschuss für Schule und Gebäude ist eine Entscheidung im Rausch der Gefühle getroffen worden. Sie haben nicht ausreichend nachgedacht.” Diese übergroße Eile passe nicht zur Dimension des Projekts. Es sei gar nicht diskutiert worden, wie freie Investoren - Beispiel die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft (GSG) - ihre Vorteile als (Neu-) Bauträger ausschöpfen könnten.

Gustl Rinkens wehrte sich nicht dagegen, dass sofort Sicherungsleistungen fürs Gymnasium Ofden erbracht werden müssten. Allein die Summe von 1,5 Millionen Euro - ohne Planungskosten - hielt er für völlig überzogen. Und: „Die Mängel sind nicht erst seit kurzem bekannt. Warum hat man nicht viel früher daran gearbeitet?”

Fachlich, nicht emotional

Brandschutzauflagen änderten sich in rascher Folge, warf Ulrike Wagner (CDU) ein. Das brächte auch eine funktionierende Verwaltung in die Klemme. Die Mängel würden im Konzept einer Gesamtsanierung in Ofden behoben. Die experimentellen Unterrichtspläne des Schulleiters Wilfried Bock (der die Diskussion verfolgte) hätten ihre Fraktion überzeugt; diese in neuen Räumen umzusetzen, werde den Standort Ofden stärken. Die Entscheidung gegen einen Neubau anderenorts sei in fachlicher, nicht in gefühlsbetonter Debatte gefallen.

In die Prüfung der Bausubstanz sei auch „externer Sachverstand” geflossen, unterstützte Horst-Dieter Heidenreich (Grüne). Es gebe folglich keine Zeit zu verlieren; der Handlungsbedarf für die Sanierung sei dringend.

„Pfiffiges Konzept”

Für die Sicherheit aller Nutzer des Gymnasiums werde man im Etat Geld bereit stellen, versicherte Kämmerer Helmut Klein. Für die Finanzierung der Restauration jedoch benötige die Stadt ein „pfiffiges Konzept”. Alsdorf habe bislang weder Geld noch eine Kreditermächtigung in der Höhe.

Die SPD unterlag in der Abstimmung der Mehrheit übriger Fraktionen, die das Wort des Beigeordneten Klein mitnahmen: „Nur ein Konzept der Unverzichtbarkeit kann die Kommunalaufsicht überzeugen. Sonst sind keine Kredite denkbar.”