Herzogenrath: Netto-Neubau: Anfang April geht es los

Herzogenrath: Netto-Neubau: Anfang April geht es los

„Das ist aber hässlich, was Sie da fotografieren“, stellt die ältere Dame mit verschmitztem Lächeln fest. Die Kamera ist auf das Gelände an der Geilenkirchener Straße gerichtet, auf dem früher einmal ein Autohaus stand. Jetzt sind dort nur noch Trümmer.

Sortenrein sortiert, das Abbruchunternehmen leistet ganze Arbeit. „Mein Mann hat hier früher unsere Autos gekauft“, erzählt die freundliche Passantin ein wenig wehmütig, dass sie die Räume, die nun nicht mehr existieren, auch von innen gut gekannt hat. Aber sie freut sich auch: Denn die Trümmer signalisieren, dass hier Neues entsteht: Der Netto-Supermarkt soll bekanntlich vom August-Schmidt-Platz an die Geilenkirchener Straße umziehen. „Dann habe ich es nicht mehr weit“, lacht die Passantin und entschwindet.

Für das dritte Quartal diesen Jahres ist die Neueröffnung geplant, wie die Netto-Firmenzentrale auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Womit in Erfüllung geht, was sich Bürger sogar per Unterschriftensammlung zum Erhalt der Nahversorgung in ihrem Stadtteil gewünscht hatten, nachdem bekannt geworden war, dass der Lebensmitteldiscounter am August-Schmidt-Platz in absehbarer Zeit schließen wolle. Da die angemietete Immobilie hinsichtlich Lage, Erreichbarkeit, Größe und Gestaltung nicht mehr den Standards entspreche, wie es seitens der Firmenzentrale heißt.

Ende Januar 2014 hatte das Autohaus Thüllen auf Baesweiler Grund neu eröffnet. Seither war die Brache an der Geilenkirchener Straße zusehends verwildert. Damit soll es bald ein Ende haben, der Baubeginn ist für Anfang April avisiert: Auf knapp 4000 Quadratmetern Fläche — zugekauft wurde auch ein mehrstöckiges Wohnhaus rechtsseitig des Grundstücks — sollen 799 Quadratmeter Verkaufsfläche, dazu rund 50 Pkw-Stellplätzen zuzüglich Behindertenparkplätze und Raum für Fahrräder entstehen.

„Die verkehrliche Lenkung war eine Herausforderung“, sagt der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda. Gelöst wurde sie in Absprache mit dem Baulastträger Straßen NRW folgendermaßen: Um Rückstaus durch Linksabbieger aus Richtung Herzogenrath zu vermeiden, wird die Straße zur Grundstücksseite hin verbreitert, um Raum für eine entsprechende Linksabbiegerspur zu erhalten. Ausfahrende Fahrzeuge dürfen nur nach rechts abbiegen, um unfallträchtigen Kreuzungsverkehr zu unterbinden. Durch diese Maßnahmen werden auch Konflikte bei Rückstaus durch die Bahnschranke vermieden.

Mit den Straßenbauarbeiten, so erläutert Thorsten Overländer, Projektleiter der Schoofs Immobilien GmbH, Eigentümerin des Geländes, wird voraussichtlich Ende Mai begonnen, wobei temporäre Sperrungen mit Ampelschaltung nicht zu vermeiden seien. Ein Planungsbüro erarbeitet zurzeit ein Ausführungskonzept.

Und was wird aus dem zu erwartenden Leerstand am August-Schmidt-Platz? „Wir würden dort gern einen Drogisten begrüßen“, sagt Stephan Mingers, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Umwelt: „Doch das ist sehr schwer.“ Nichtsdestotrotz gebe es „konstruktive Gespräche“ hinsichtlich einer Folgenutzung mit dem Vermieter, der ebenso wie die Stadt an einer zeitnahen, guten Lösung interessiert sei, sagt Ragnar Migenda. Der Eigentümer prüfe, welcher Invest nötig sei. Denkbar sei etwa eine Öffnung in Richtung der rückwärtigen EVS-Haltestelle, auch der sozialen Kontrolle wegen. Migenda: „Es scheinen sich mehrere Optionen abzuzeichnen.“ Die es dann gelte, gemeinsam mit Politik und Bürgern zu konkretisieren.