Würselen: Nelles: „Stadt Würselen bleibt gefragter Arbeitgeber“

Würselen: Nelles: „Stadt Würselen bleibt gefragter Arbeitgeber“

Dass das Personal der Stadtverwaltung einen hohen Beitrag zu Konsolidierung des Würselener Haushalts leistet, dessen ist sich Arno Nelles bewusst. Die Einschätzung des Personalrats teilt der Bürgermeister und hat dies auch der Mitarbeitervertretung gegenüber deutlich gemacht.

In einer Stellungnahme zum Stellenplan 2015 hatte der Personalrat im Rathaus wegen der starken Belastung der Belegschaft und des hohen Krankenstands Alarm geschlagen: Der Druck sei unerträglich groß geworden.

Der Bürgermeister hält daran fest, „dass sich weder aus den allgemeinen Auswertungen der Krankenstatistik noch aus den Betrieblichen Eingliederungsmanagement der grundsätzliche Schluss ziehen lässt, dass Erkrankungen und Mehrbelastungen ursächlich zusammenhängen.“

„Die Ursachen sind vielschichtiger und eine Fokussierung auf nur einen Grund würde nicht zielführend sein“, betont der Verwaltungschef. Daher hätten Verwaltungsleitung und Personalrat mehrere prophylaktische Maßnahmen beschlossen. Dazu zähle auch das Betriebliche Eingliederungsmanagement, bei dem Langzeiterkrankte auch die Möglichkeit hätten, arbeitsplatzbedingte Ursachen zu benennen, das Angebot von Gesundheitsschulungen im Rahmen der Fortbildung, die Einrichtung einer externen Anlaufstelle als Hilfsangebot in nahezu allen Lebenslagen, die Unterstützung eines äußerst kompetenten medizinischen Partners bei Arbeitsplatzgestaltung und Gesundheitsmanagement und nicht zuletzt die in Kürze anlaufende Führungskräfteschulung „Gesundes Führen“.

Der in der Debatte um die Arbeitsbelastung in den Raum gestellten Krankenquote von 25 Prozent hält Nelles entgegen: „Tatsache ist, dass die Stadtverwaltung Würselen im Jahr 2014 eine durchschnittliche Ausfallquote von elf Prozent hatte. Das ist immer noch zu hoch. Daran arbeiten wir aber gemeinsam.“ Dabei sei alleine bei den Mitarbeitern der hauptamtlichen Feuerwehr ein Krankenstand von 18 Prozent zu beklagen.

Dies sei unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsbelastung umso bemerkenswerter, da die Stadt bereits im Jahr 2012 den arbeitsintensiven Bereich des Rettungsdienstes an die Städteregion abgegeben habe, ohne im Gegenzug Personal zu reduzieren. Stattdessen sei sogar noch die Zahl der Stellen angehoben und besetzt worden. Einer der Gründe für den Krankenstand sieht Nelles in der ständig steigenden zeitlichen Belastung aller Feuerwehren durch geänderte gesetzliche Vorgaben.

Der Aussage der Personalrats, Würselen würde als Arbeitgeber unattraktiv sein, hält Bürgermeister Nelles entgegen: Mehrere Ausschreibungen hatten unlängst so viele Bewerbungen zur Folge, dass die Auswahlkommission an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestoßen und eine Vorauswahl notwendig gewesen sei. „Nur bei der Einstellung neuer Feuerwehrleute tut sich Würselen genau so schwer wie alle anderen Städte. Das liegt aber wohl eher an dem generellen Mangel an ausgebildeten Feuerwehrleuten und den vorstehend erwähnten gesetzlichen Änderungen“, erklärte Nelles.

Dem Personalrat gegenüber habe er deutlich gemacht: „Ohne sicherlich vorhandene Probleme leugnen zu wollen, steht für mich fest, dass es keinen Grund gibt, die Attraktivität unserer Verwaltung als Arbeitgeber in Frage zu stellen. Die Stadt Würselen ist nach wie vor ein gefragter Arbeitgeber.“

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