Herzogenrath: Naturfreunde warnen vor Atomunfall

Herzogenrath: Naturfreunde warnen vor Atomunfall

Nach der Entscheidung, die beiden maroden belgischen Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3 wieder angefahren werden dürfen, haben sich nun die Naturfreunde (NF) mit einem Appel an den Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz gewandt.

„Wir Naturfreunde bitten Sie dringend, ihren ganzen Einfluss als Europapolitiker geltend zu machen und die Forderung nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung für die Laufzeitverlängerungen der maroden Reaktoren von der EU verbindlich einzufordern, sowie die mit erschreckenden Mängeln behafteten Blöcke endlich abzuschalten! Die bevorstehende Wiederinbetriebnahme von Tihange 2 und Doel 3 ist skandalös und ein nicht einzuschätzendes Risiko für die Menschen unserer Region!“

Mit diesen Worten wenden sich der Bezirksvorsitzende der Naturfreunde, Bruno Barth, und die Umweltreferentin, Marika Jungblut, in einem Brief an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, und an Sabine Verheyen (MdEP). Die NF fordern eine verbindliche, grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vor der Laufzeitverlängerung von Doel 2 und die restlichen vier Reaktoren sowie die endgültige Abschaltung von Tihange 2 und Doel 3.

Dass die beiden Pannenreaktoren Tihange 2 und Doel 3 wieder angefahren werden dürfen, hatte unsere Zeitung am Mittwoch berichtet. Reaktorblock Tihange 2, der nur 60 Kilometer von Aachen entfernt bei Lüttich liegt, und Doel 3, der etwa 150 Kilometer von Aachen entfernt bei Antwerpen liegt, sind seit März 2014 abgeschaltet.

Der Grund sind Tausende Risse in den Druckbehältern. Eine Woche zuvor erst hatten die Naturfreunde zu einer Infoveranstaltung mit dem Sprecher des Aachener Anti-Atom-Bündnisses, Jörg Schellenberg, eingeladen, der sehr anschaulich über die Gefahren berichtete, die vom Reaktor in Tihange ausgehen.

Die regionalen Europapolitiker sind nach Auffassung der NF die „richtigen Ansprechpartner“, weil „die Folgen eines Reaktorunfalls in Tihange nicht an der Grenze halt macht machen.“

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