Würselen: Narren kommen mit Bestechungsgeld

Würselen: Narren kommen mit Bestechungsgeld

Bevor Prinz Gerhard I. am Donnerstag mit seiner Mannschaft ins Würselener Rathaus einziehen konnte, musste er sich zunächst einmal sportlich betätigen. In Anspielung auf seine frühere Radsportkarriere hievte ihn Bürgermeister Werner Breuer auf ein Trimmrad und ließ ihn auf dem Morlaixplatz krägftig auf der Stelle strampeln.

Erst nachdem er auf dem Ergometer eine bestimmte Wattzahl erreichte, öffneten sich für ihn und seine jecke Mannschaft die Rathaustüren.

Bevor dies alles jedoch um 11.11 Uhr über die Bühne ging, hatten sich am Fettdonnerstag schon viele Karnevalisten im Rathaus versammelt, um gemeinsam die fünfte Jahreszeit einzuläuten, unter ihnen auch Jo Hundscheid und Rene Wezel vom Bond Carneval Limburg, der von der KG Au Ülle mit dem „Närrischen Grenzlandschild” dekoriert wurde.

Sie feierten im Amtssitz des Bürgermeisters bis zum Eintreffen der närrischen Streitmacht um Gerhard I. Zum für die Karnevalisten magischen Zeitpunkt versuchten sie dann endlich, die Herrschaft über die Düvelstadt zu übernehmen.

Selbst ein Koffer voller Geld als Bestechung an Stadtkämmerer Ludwig Bremen brachte sie zunächst aber nicht sehr weit. Bremen nahm zwar das Geld, ließ sie aber ohne weiteres nicht ins Rathaus, denn dort standen noch Heerscharen städtischer Bediensteter, die Werner Breuer unterstützten und verteidigten.

Doch irgendwann brach auch diese Gegenwehr und die farbenprächtige Truppe um den Stadtprinzen eroberte das Rathaus. Erstmals wurde der Bürgermeister nicht in Ketten gelegt und abgeführt. Ob der großen närrischen Streitmacht ergab er sich und zog mit ihnen freiwillig zum Festzelt auf den Lindenplatz, wo die Würselener Narren mit viel Schwung den Start in die tollen Tage feierten.

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