Herzogenrath: Nach finanziell guten Jahren droht in Roda das Defizit

Herzogenrath: Nach finanziell guten Jahren droht in Roda das Defizit

„Fast auf den Punkt genau hat sich unsere bereits im Frühjahr beim ersten unterjährige Finanzcontrolling prognostizierte Haushaltsausführung im laufenden Jahr bewahrheitet”, hat Bürgermeister Christoph von den Driesch bei der Vorstellung des aktuellen Zahlenwerks im Stadtrat betont.

„Es zeigt sich, dass ein unterjähriges Finanzcontrolling das richtige Instrument für eine solide Haushaltssteuerung und Finanzplanung ist.” Nach der vorliegenden Prognose würde der Ergebnisplan 2011 mit einem Überschuss von rund 5,6 Millionen Euro abschließen. Von den Driesch: „Auf die ursprünglich im Haushaltsplan eingeplante Kreditaufnahme können wir somit verzichten.”

Was passiert nun mit dem Überschuss? „Die Verwaltung hat dem Stadtrat eine weitere Entschuldung per Sondertilgung in einer Größenordnung von zwei Millionen Euro sowie das ,Auffüllen der Ausgleichsrücklage empfohlen”, heißt es in einer Erklärung der Stadt Herzogenrath. Es gelte, „gut gerüstet sein für schlechtere Zeiten”, sagt dazu der Erste Beigeordnete und Stadtkämmerer Detlef Zähringer.

Denn eine schwierige Finanzsituation kommt auf die Stadt Herzogenrath früher als gedacht zu. „Wir haben die Fraktionen im Runden Tisch Finanzen bereits über die Haushalts-Eckdaten der Jahre 2012 bis 2015 informiert”, betont Zähringer. Demnach beträgt das Defizit im Ergebnisplan 2012 bereits 15 Millionen Euro, für die Folgejahre wird von jeweils sieben Millionen Euro Defizit ausgegangen.

„Ursache hierfür sind insbesondere der Wegfall der Schlüsselzuweisungen und ein größerer städtischer Anteil an der Städteregionsumlage - beides aufgrund der starken Steuerkraft im Referenzzeitraum 2010/2011 -, erkennbar sinkende Gewerbesteuererträge ab dem nächsten Jahr, erhöhte Abschreibungsaufwände nach Feststellung der Eröffnungsbilanz, gestiegene Personalaufwendungen sowie weiter steigende Transferaufwendungen im Sozial- und Jugendbereich”, sagt Zähringer zu den Gründen für die schwierigen Szenarien in den Folgejahren. Die Zielsetzung bleibe: „Es gilt wiederum, im gesamten Zeitraum der mittelfristigen Finanzplanung die Gefahr eines Haushaltssicherungskonzeptes für Herzogenrath abzuwenden”, erklärte Zähringer.

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