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Alsdorf: Musicalstars mit viel Gefühl und Temperament

Alsdorf : Musicalstars mit viel Gefühl und Temperament

Egal ob tanzende Vampire, gutherzige Bestien, gerissene Vamps oder besessene Wissenschaftler - die Welt der Musicals ist bunt und abwechslungsreich.

Und wer nicht nur einen der unzähligen Broadway-Klassiker erleben will, der ist bei den „Musical Stars Live” genau an der richtigen Adresse. Vier renommierte Musical-Sänger und das Live-Orchester unter Leitung von Dirk Jecht machen es möglich.

In ihrer zweistündigen Show präsentieren sie einen Streifzug durch die beliebtesten Musicals der Welt. So viel Temperament und Gefühl kommt an. Damit begeisterten die „Musical Stars Live” auch die knapp 900 Zuschauer in der Stadthalle.

Das was am Ende in Erinnerung bleibt, ist die Musik, die unvergänglichen Melodien wie „Dont cry for me, Argentina” aus „Evita” oder „Let the Sunshine in” aus „Hair”. So verzichteten die „Musical Stars” auf ein allzu aufwändiges Bühnenbild.

Vor dem silbernen Glitzervorhang hatte sich das gut aufgelegte Orchester aufgebaut. Maike Switzer, Martin Berger, Adrian Becker und Anke Fiedler wechselten allerdings zwischendurch das Outfit. Sie schlüpften von der 70er-Jahre-Glitterklamotten hinein ins sexy Cabaret-Kostüm und wieder zurück in den Smoking für „New York, New York”.

Den Frank-Sinatra-Klassiker schmetterte Adrian Becker übrigens im originalen Arrangement und mit der obligatorischen Zigarette. „Und das, obwohl ich eigentlich Nichtraucher bin”, scherzte Becker. Aber was tut man nicht alles für die Kunst.

Die Macher der Gala haben die richtige Mischung gefunden: Maike Switzer gibt die unschuldige Christine, die in der düsteren Umgebung der Pariser Oper auf das Phantom trifft, mit glasklarer Stimme. Für den verruchten Part ist Anke Fiedler zuständig. Sie überzeugt als echte Femme fatale, egal ob mit „All that Jazz” aus „Chicago” oder Hüfte schwingend bei Shakiras „Objection Tango”.

Mit einem echten Schuss Wiener Schmäh zeigt sich Martin Berger. Aber er beweist auch, dass er anders kann: Als Graf Krolock im schwarzen Ledermantel nimmt man ihm die „Unstillbare Gier” ohne Frage ab.

Der Entertainer auf der Bühne ist aber ohne Frage Adrian Becker. Er ist nicht nur als barfüßiger Hippie in „Hair” ein echter Hingucker. Auch auf Zwölf-Zentimeter-Absätzen und mit Strapsen als „Sweet Transvestite” Dr. Frank-N-Furter schreitet der Mann im eleganten Gang durch die Zuschauerreihen und tanzt auch schon mal auf den Stühlen.

Schade nur, dass es die „Musical Stars Live” an manchen Stellen verpassten, das Publikum wirklich uneingeschränkt in ihren Bann zu ziehen.

Zwar hielt es die Zuschauer gegen Ende der Show nicht mehr auf ihren Stühlen, und für die Akteure gab es die wohl verdienten Standing Ovations, aber diese Party hätte auch schon viel früher losgehen können.