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Alsdorf: Mülltrennung steht auf dem Stundenplan

Alsdorf : Mülltrennung steht auf dem Stundenplan

Die Schüler der Marienschule Realschule staunten ungläubig, als sie von Nicole Lürken, Abfallberaterin der AWA (Abfallwirtschaft Kreis und Stadt Aachen) erfuhren, dass jeder von ihnen verantwortlich sei für die Produktion von rund 390 Kilogramm Müll jährlich.

Auf Einladung von Marianne Bayer, Schulleiterin der Realschule in Mariadorf, klärten Nicole Lürken und ihre Kollegin Heike Stiller die 300 Schüler über die „Geschichte des Abfalls” auf, beginnend mit der ersten Müllrutsche vor 5000 Jahren in Indien bis zur Einführung des dualen Entsorgungssystems und dem „Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz aus dem Jahre 1996”.

„Eine bewusste Abfallvermeidung schon seitens der Industrie ist aber leider auch zukünftig nicht erkennbar”, konstatierte Lürken, eher das Gegenteil sei offensichtlich der Fall: Immer aufwendiger seien die Verpackungen in den Supermärkten - und dem entsprechend auch der anfallende Müll.

Und so gelte es, aus ökologischen aber auch aus ökonomischen Gründen, das Augenmerk auf die Wiederverwertung des Verpackungsmaterials zu legen. Das bedeute wiederum, dass die Trennung des Abfalls nicht nur Zuhause Thema sein sollte, sondern auch in der Schule.

Daher wurde pünktlich mit der Fertigstellung des neuen Gebäudes der Realschule und der Umgestaltung des alten Schulhofs über ein geeignetes Trenn- und Entsorgungssystem in der Lehranstalt nachgedacht.

Nach einer Beratung über Kosten und Möglichkeiten durch die AWA wurden jetzt Wertstoff-Sammelbehälter montiert und alle Klassen und Fachräume mit entsprechenden Abfallgefäßen ausgestattet. In den Klassen wurde das Thema „Abfallvermeidung und Abfalltrennung” im Unterricht behandelt.

„Die Schüler wissen, dass ein sinnvolles Entsorgungskonzept nur funktioniert, wenn sie eigenverantwortlich daran mitarbeiten und es auch umsetzen”, hofft Marianne Bayer ein „Abfall-Bewusstsein” zumindest an ihrer Schule geweckt zu haben.

Und ein solches Bewusstsein an den Schulen zu wecken, scheint dringend von Nöten, weiß auch Nicole Lürken: „Die jungen Schüler interessieren sich mehr für diese Thematik als die älteren. Das liegt zum einen an der sehr guten Umwelt-Arbeit an den Grundschulen, aber mit zunehmendem Alter haben die Jugendlichen dann andere Probleme, als an eine sinnvolle Abfallentsorgung zu denken.”