Würselen: „Mr. Antonius“ singt zum Abschied das Heimatlied

Würselen: „Mr. Antonius“ singt zum Abschied das Heimatlied

Großer Bahnhof für den scheidenden Geschäftsführer des Senioren- und Pflegezentrums St. Antonius, Joachim Classen: Sowohl in der Kirche, wo Pfarrer Rainer Gattys einen vom Neuen Chor unter Christoph Leuchter gestalteten Festgottesdienst zelebrierte, als auch beim Empfang im Pfarrheim, wo es noch enger als im „Dom“ wurde.

Dass so viele Wegbegleiter gekommen waren, um dem Scheidenden für seinen (Un)-Ruhestand Segenswünsche zu übermitteln, spricht für die hohe Wertschätzung, dessen sich „Mr. Antonius“, ohne den es das heutige zeitgerechte Zentrum an der Klosterstraße 30 nicht geben würde, in weiten Kreisen der Bevölkerung auch über seine Heimstadt hinaus erfreut. Rainer Gattys sagte in Würdigung der vielfältigen Verdienste von Classen: „Ja, St. Antonius ist nicht zuletzt durch Joachim Classen eine Erfolgsgesichte!“

Als die Franziskaner-Schwestern das „Klösterchen“ aufgaben, musste dort die Stelle des Heimleiters besetzt werden. Die Wahl fiel an den noch nicht 35-jährigen Joachim Classen, der ab dem 1. Januar 1983 die Geschicke des Hauses 30 Jahre lang in seinen Händen halten sollte. Gattys: „Für das Haus und auch die Pfarrei war es eine mutige und gute Wahl.“ Der gesamte Komplex sei in den Jahren 1992 bis 1997 komplett saniert und umgestaltet worden. „Es war ein Kraftakt, nicht nur in finanzieller Hinsicht“, führte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes aus. Sei es doch um nicht mehr und nicht weniger als um die Zukunftssicherung der Einrichtung gegangen.

Glanzstück bis heute sei das Atrium, das großzügig und lichtdurchflutet die Offenheit verkörpere, „die sinnbildlich für das Haus ist“. Mit der Übernahme der Trägerschaft von 32 Einheiten „Betreutes Wohnen“ an der Kaiserstraße und Klosterstraße 2006/2007 habe sich St. Antonius noch breiter aufgestellt.

Nicht zuletzt durch den Ankauf des Altenheimes Josefshaus in Alsdorf-Busch habe Joachim Classen die Weichen für die Zukunft des Senioren- und Pflegezentrums St. Antonius gestellt. Er habe immer Wert darauf gelegt, dass ein guter Geist in seinem Hause herrschte. „Frohsinn und Arbeit, Fest und Traurigkeit, Erfolg und Scheitern, das Leben in seiner Bandbreite annehmen und es aus einem geerdeten Glauben heraus gestalten, vor Herausforderungen nicht erschrecken, sondern sie beherzt angehen, dafür sei Herrn Classen gedankt“, führte Gattys aus. „Er hat ein wohlbestelltes Haus in bewegten Zeiten hinterlassen.“

Classens „inneres Wirken“ rückte Nachfolger Christian Weimer in den Mittelpunkt der Abschiedsfeier. „Die Belange Deiner Bewohner hast Du nie aus dem Auge verloren.“ Zu Beginn seiner Tätigkeit für St. Antonius habe Weimer gemerkt, „welche große Achtung und freudige Wertschätzung Dir Deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entgegenbringen“. „Du hast sie auch in privat schwierigen Situationen unterstützt und damit der Gesellschaft ein passendes, an christlichen Werten orientiertes Arbeitgebergesicht verliehen.“ In seinem Sinne St. Antonius weiter entwickeln zu wollen, das versicherte der Nachfolger.

Weiterhin dem Brauchtum in der Stadt der Jungenspiele und der „Düvelstadt“ verbunden zu bleiben, das wünschten sich der Präsident der St. Sebastianus-Schützengesellschaft 1624, Hans-Peter Claessen, und der Präsident der KG „Au Ülle“, Achim Mallmann. „Dein Lebenswerk ist nicht nur der Gebäudekomplex im Herzen der Stadt, sondern auch das, was in ihm gelebt wird“, bedankte sich Vize-Bürgermeister Harald Gerling im Namen von Rat und Verwaltung. „Das Haus mitten in der Stadt ist ein Gewinn für Würselen.“ Dem scheidenden Geschäftsführer machten Bürgermeister Arno Nelles und der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, beim Empfang ihre Aufwartung.

„Ich wusste gar nicht, dass ich so gut war“, erwiderte „Mr. Antonius“ den Dank, wobei er alle Weggefährten und -begleiter einschloss. Voran stellte er ein herzliches Dankeschön an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Er brachte sich selbst ein Ständchen, indem er mit den „Wöschelter Prinzen“ das Heimatlied anstimmte.

(ehg)
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