Herzogenrath: Mit Hausmannskost die alte Orgel aufpäppeln

Herzogenrath: Mit Hausmannskost die alte Orgel aufpäppeln

Hausmannskost gab es in der Katholischen Pfarrei St. Gertrud in Herzogenrath-Mitte. Und das ist keinesfalls abwertend gemeint, denn der Förderkreis Marienorgel, der sich seit einiger Zeit für den Erhalt des historischen Instrumentes in St. Marien einsetzt, hatte zum Benefizessen nicht nur seine beste Kleidung herausgeholt.

Zwischen Vorspeise und Hauptgang und auch danach gab es auch echten Bühnengenuss im voll besetzten Saal an der Ecke Dammstraße/Schütz-von-Rode-Straße. Denn Stargast Jürgen B. Hausmann „haute“ die Zwischengänge in der ihm ganz eigenen Gelassenheit heraus, sang und redete sich direkt in die Herzen der Gäste.

Vor allem der Dialekt direkt vor unserer Haustür sowie das Gebaren der Menschen in Nordkreis und Drumherum lagen dem Vollblut-Kabarettisten am Herzen. „Die Sauerländer haben über uns auch gelacht“, meinte Hausmann, „aber da waren wir schon längst im Auto.“ So und ähnlich ging es weiter, da entwickelte der Mann auf der Bühne eine in einem Blumenladen in Baesweiler so gehörte Geschichte rund um das rheinische „se“ weiter, bis es hieß: „Stellen se se nich zu warm“, die Tulpen.

Und auch die Anekdote von seiner Studienzeit in Bonn mit seiner Mitstudentin aus Münster fiel auf fruchtbaren Boden. Die konnte sich nämlich nicht wirklich vorstellen, dass es Menschen gebe, die solches Deutsch sprächen. „Doch, ich nehm‘ dich mal mit nach Alsdorf, da gibt es 40.000“, antwortete Hausmann.

Gelungener Abend

Weiter ging es im nächsten Gang mit einem Rundumschlag gegen den Diätwahnsinn, der so um sich greife. „Wenn de dir normalerweise ein Ei isst, wirste angeguckt, als ob du dir Heroin spritzt“, formulierte es Hausmann, „aber an Ostern essen wir alle 10 bis 15 Stück“, die seien nicht gefährlich, „dat sind ja bunte Eier“.

Und spätestens mit diesem kulinarischen Thema hatte der Hausmann die Menschen davon überzeugt, warum genau er der richtige Mann für diesen gelungenen Abend mit fünf Essensgängen und viel Genuss dazwischen war.

(mabie)