Würselen: Mit Gründerpreis die Ernte einfahren

Würselen: Mit Gründerpreis die Ernte einfahren

Mit einer kleinen Idee Großes bewirken: Diesen Vorsatz haben sechs Schüler vom Heilig-Geist-Gymnasiums (HGG), die mit ihrem Projekt beim deutschen Gründerpreis in Hamburg antreten werden.

Der 16-jährige Martin Grafen lieferte den Vorschlag, ein mehrschichtiges Düngekorn zu konzipieren, das sich salopp formuliert wie ein Lolly im Mund langsam auflöst und zur jeweiligen Jahreszeit die gewünschten Nährstoffe an Boden und Pflanzen abgibt. Sein Onkel ist in der Landwirtschaft tätig und bei einem Besuch fiel dem Schüler auf, wie mühselig der Düngemitteleinsatz ist.

„Ich stellte mir die Frage, ob man nicht vier Düngemittel in einem Durchgang und in einer Dosis komprimieren kann“, so Martin Grafen. Aus einem Problem entwickelte sich schnell ein Konzept, das fünf befreundete Schüler direkt befürworteten, um damit beim Gründerpreis anzutreten — Team Graintech entstand. Zur Unterstützung zogen sich die Schüler den Erdkundelehrer Daniel Heckert heran, der sie bei der Vorbereitung begleitet. Bei Fragen zum Business-Plan, den die Schüler erstellen mussten, standen die Handwerkskammer Aachen als Unternehmenspate und der Projektleiter Wilfried Weiz zur Verfügung. Seit Anfang März haben sich die Schüler einmal in der Woche getroffen, entwickelten gemeinsam ein grobes Geschäftsprojekt und bauten ein virtuelles Unternehmen auf. Sie teilten sich die verschiedenen Schwerpunkte wie Marketing und Finanzen untereinander auf. Projektleiter Wilfried Weiz findet lobende Worte für das Team: „Das ist schon bemerkenswert, was die Schüler hier leisten.“

Bereits vor zwei Jahren konnten Schüler des HGG den Wettbewerb für sich entscheiden und wurden in Berlin mit dem deutschen Gründerpreis ausgezeichnet. Nun werden wieder rund 50 der vielversprechendsten Nachwuchsunternehmer ab 16 Jahren aus dem ganzen Bundesgebiet am Donnerstag, 23. Juni, in Hamburg zusammenkommen, um ihre Geschäftsideen zu präsentieren. Die zehn besten von rund 1000 Schülerteams werden in den Räumen des Verlagshauses Gruner + Jahr ihre Konzepte vorstellen. Vier Mannschaften unter den Top Ten stammen aus Nordrhein-Westfalen.

„Ich glaube, wir haben gute Chancen“, zeigen sich die „Jungunternehmer“ vom Heilig-Geist-Gymnasium optimistisch. „Ich bin froh, dabei sein zu dürfen. Aber es wäre natürlich noch besser, wenn man die Früchte seiner Arbeit auch einfahren kann“, so Tobias Schmitz vom Team Graintech.

(pia)
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