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Würselen: Mit Charme und Leidenschaft überzeugt

Würselen : Mit Charme und Leidenschaft überzeugt

In weltbekannten Duetten, aber auch Arien brillierte die in den Niederlanden lebende Sopranistin Nathalie DeRita in einem Konzert der Volkshochschule im Alten Rathaus.

Mit Charme und Leidenschaft zog sie mit dem Tenor Paul van Grinsven, der sich nach Abschluss seines Elektronik-Studiums dem Gesang verschrieb und sich auch schon als Konzertsänger einen Namen machte, in den Duetten an ihrer Seite alle Register ihres gesanglichen Könnens, bei den Koloraturen bis hinauf zu höchsten Höhen.

Vor allem begeisterte sie ihre Fangemeinde, wie sie sich in den einzelnen Partien emotional auslebte, ein Ohren- und Augenschmaus.

Die erste gelungene Kostprobe ihrer gesanglichen Qualitäten lieferten die Sopranistin und der Tenor mit „La ci darem la mano” (Reich mir die Hand mein Leben) aus Mozarts „Don Giovanni” ab.

Der Boden war bereitet für Rezitativ und Arie aus „Le Nozze di Figaro” (Hochzeit des Figaros). Susanna alias Nathalie DeRita intonierte - bezaubernd und wolllüstig zugleich - aus dem Versteck heraus für ihren Anbeter, den Grafen Almaviva, der um das Recht der ersten Nacht gebracht werden soll, ihr „Liebeslied”, wohlwissend, dass ihr Verlobter Figaro die ganze Szene aufmerksam beobachtet.

Im anschließenden Duett stellte sich Figaro in den Dienst des Grafen. Tenor Paul van Grinsven rannte nicht nur mit seiner warmen Belcanto-Stimme bei Rosina (Nathalie De Rita) offene Türen ein, sondern auch bei den leicht zu begeisternden Zuhörern.

Um Figaro zu necken, stellte sie sich ängstlich und schüchtern, bis sie den längst geschriebenen Liebesbrief präsentierte. Tenor- und Sopranstimme gingen eine wunderschöne Symbiose ein.

Nicht minder bei dem herzzerreißenden Duett „Pariga, co cara” aus Verdis „La Traviata”. Die ganze Tragik des Augenblicks breitete sich im Foyer aus, als sich Violetta und Alfredo glückliche Tage bis zum Tod herbeisehnten.

Soloauftritt

Den ganzen Weltschmerz der Lucia, die in Donizettis bekannter Oper ihren Bräutigam erstochen hat, brachte die Sopranistin in ihrem Soloauftritt auf den Punkt. Dabei entfaltete sie ihre ungeahnten schauspielerischen Fähigkeiten.

Ihr nach eiferte ebenbürtig der Tenor (Offizier Jayier) in der Romanza aus der „Zarzuela Luisa Fernánda” von Ferderico Moreno Torroba, der der skeptischen alten Wirtin seine Motive dafür erklärte, dass er der Revolutionsarmee beitreten will, nach.

Erst recht lebten sich Sopran und Tenor in dem Duett „Suzel buon di...” aus Mascagnis Oper aus. Geradezu auf den Leib geschrieben war die Rolle der Kirschenpflückerin der reizenden Nathalie DeRita, der der reiche Grundbesitzer Fritz ein Kompliment nach dem anderen machte und dabei deren Liebreiz am Ende nicht widerstehen konnte und seine Wette verlor.

Nach der Pause durften sich die Zuschauer an der Arie „Somethings Comin” aus Bernsteins Musical „West Side Story” genauso erfreuen wie an dem zu Herzen gehenden Duett „Tonight”, in dem sich Tony und Maria, Mitglieder von verschiedenen New Yorker Straßenbanden, ihre Liebe auf einer Feuerleiter eingestehen, bevor die Auseinandersetzungen ein ungewolltes blutiges Ende nehmen, wie es die Sopranistin in ihrem Solo bereits angedeutet hat.

Ein drittes Mal kam Bernstein zu Ehren, diesmal mit dem Duett „O happy We” aus „Candide”. Stephen Sondheim, der den Text zum Bernstein-Musical lieferte, kam bei Nathalie DeRita schließlich noch mit „Not while Im around” als Texter und Komponist zu Wort.

Mit dem Duett „Well go away together” aus „Street Scene” von Kurt Weill schlug das Duett zum Ende hin noch eine weitere Seite seiner Gesangskunst auf, auch bei diesem Vortrag begleitet von Peter Bortfeldt, Studienleiter der Oper Aachen seit der Saison 2000, der als Pianist, Dirigent und Kammermusiker in der ganzen Welt Lorbeeren einheimste.