Alsdorf: Missglückter Handel: Vortrag über Bismarck und Luxemburg

Alsdorf: Missglückter Handel: Vortrag über Bismarck und Luxemburg

Die große Politik vergangener Zeiten — sie war auf einmal wieder gegenwärtig im Sitzungssaal des Alsdorfer Rathauses. Thema des Vortrages, zu dem der Geschichtsverein der Stadt im Zuge des Europafestes eingeladen hatte: „Der missglückte Kuhhandel: Bismarck und Luxemburg“.

Vereinsvorsitzender Franz-Josef Müller hatte es übernommen, vor gut besetzten Rängen das Referat zu halten. Derweil Alsdorf nur an der Peripherie des Vortrages auftauchte, verstand er es trefflich, im Rathaussaal das Ränkespiel der Mächtigen zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen.

Dass das heutige Großherzogtum eine „Schöpfung des Wiener Kongresses“ sei, eine „eigenwillige Konstruktion“, zu der es unter anderem gehört habe, dass die Stadt Luxemburg „eine deutsche Bundesfestung mit preußischer Besatzung“ gewesen sei — Müller ließ kaum eine historische Tatsache unerwähnt.

Farbig zeichnete der Referent auch die handelnden Personen, dabei vor allem den niederländischen König Willem III. Der wollte 1867 im Zuge der „Luxemburgkrise“ das von ihm in Personalunion regierte Land ganz gerne an Frankreich unter Napoleon III. verkaufen, musste davon aber schließlich Abstand nehmen.

Mit seinem Vortrag hat der Vorsitzende des Alsdorfer Geschichtsvereins alles andere als trockene Wissenschaft demonstriert. Mit dem folgenden Vortrag gibt es dann sogar eine vermutlich noch fröhlichere Wissenschaft: Der für seinen launigen Stil bekannte Aachener Historiker Professor Dr. Max Kerner wird aller Voraussicht nach am Montag, 26. Oktober, 19 Uhr, über „Kaiser Friedrich II. als Kreuzfahrer“ berichten.

(ch)
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