Alsdorf: Mimi-Verderame-Quartett: Guter Jazz in angenehmer Atmosphäre

Alsdorf: Mimi-Verderame-Quartett: Guter Jazz in angenehmer Atmosphäre

Der Kopf liegt auf den Schultern des Partners. Die Zuhörerin träumt sich — wie viele andere auch — ein bisschen weg. So ist das halt bei der Musik des Mimi-Verderame-Konzerts. In der Umformerhalle des Energeticon war das überhaupt nicht anders.

Die Kulturgemeinde Alsdorf, Ausrichter des Konzertes mit dem Titel „Flying Zone“ hatte eine sehr gute Wahl getroffen. Zwar musste der Bandleader auf zwei Positionen gegenüber seiner „Originalbesetzung“ umbauen. Doch das fiel bei der gleichsam hohen Professionalität, die von den Jazzgrößen abgeliefert wird, musikalisch gar nicht auf. Unter den Zuhörern befand sich auch „Herr Energeticon“, Harald Richter, der mit einer hohen Taktzahl an Fußwippern das edle Konzert begleitete.

Domenico (Mimi) Verderame gilt als einer der besten Schlagzeuger der belgischen Jazz-Szene. Wenn nicht sogar der beste Musiker dieses Genres. Für sein jüngstes Album Flying Zone — es enthält sieben Titel — hat der exzellente Schlagzeuger eine internationale und renommierte Crew um sich versammelt.

Dazu gehört der belgisch-italienische Pianist Nicola Andrioli sowie der Bassist Roman Korolik (er vertrat Dario Deidda) und der italienische Gitarrist Alessio Manconi, der den verhinderten David Dorzka ersetzte. Im Energeticon, das eine stilvolle Umgebung und eine ausgezeichnete Akustik bietet, sind die eingespielten Musiker sehr konzentriert bei der Sache. Das ist sehr ausbalanciert hörbar beim Titel „Surprise me“.

Das Quartett beweist, wie jeder Solist vom anderen getragen wird und die Einheit somit hergestellt ist. Beim Stück „Martha“ darf der Pianist seinen freien Weg gehen. Das Publikum fühlt sich mitgezogen, eine sehr angenehme Atmosphäre breitet sich aus. Die Milde des Stückes „Martha“ überträgt sich auch auf den Song „Every Sunday“. Bei diesem Song darf Andrioli mit einem Klaviersolo beginnen. Ein Solo, in dem die Ruhe sehr schön wiedergegeben wird.

In „Brillant Corners“ wird ein weiteres Mal unterstrichen, wie konzentriert und einheitlich dieses Quartett an diesem Abend arbeitet. Es passt schließlich alles zusammen. Wie die Teile eines bunten Mosaiks. Übertragen auf feinen Jazz. Eine Mixtur des neuen Albums und Klassikern wurde mit viel Beifall bedacht.

(mas)