Herzogenrath: Migration: Lesung bei Brunch als Abschluss des Veranstaltungsreigens

Herzogenrath: Migration: Lesung bei Brunch als Abschluss des Veranstaltungsreigens

Die unterhaltsamen Anekdoten aus dem deutsch-türkischen Familienalltag waren der große Anziehungspunkt beim Frauen-Kultur-Frühstück in Herzogenrath. Schon drei Wochen vor der Veranstaltung im FrauenKomm.Gleis 1 im Bahnhof Herzogenrath meldete Gleichstellungsbeauftragte Birgit Kuballa zufrieden „Ausverkauft!“.

Der Abschluss des erfolgreichen Veranstaltungsreigens im Rahmen des Internationalen Frauentages rund um das Thema Migration hätte nicht passender gewählt werden können. Knapp 50 Frauen freuten sich auf einen gemütlichen Brunch und vor allem auf die Lesung von Lale Akgün. „Wir hätten noch weit mehr Karten verkaufen können, überlegen nächstes Jahr auf den zweiten Saal zu erweitern oder räumlich mit dem benachbarten Forum für Kunst und Kultur im Bahnhofsgebäude zu kooperieren“, sagt Kuballa.

Es mundete den Damen inmitten der laufenden Kunstausstellung von Michaela Frank. Anschließend gab es Interessantes über die spannende Biografie von Lale Akgün zu erfahren: Die in Köln lebende Schriftstellerin ist eigentlich Türkin. Doch nach mehr als 45 Jahren in Deutschland ist ihr hier nichts mehr fremd — im Gegenteil. 1953 in Istanbul geboren fühlt sich Akgün heute als Deutsche.

In ihren Büchern „Tante Semra im Leberkäseland“ und „Der getürkte Reichstag“ erfährt der Leser alles über eine herrlich verrückte Familie zwischen Bosporus und Rhein. Im Alter von neun Jahren zog Akgün mit ihrer Familie nach Deutschland, studierte und promovierte. Sie war fünf Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages und präsentierte in Herzogenrath auf heitere Art die Geschichten aus ihrer türkisch-deutschen Familie. Die Ausstellung „Fremdsein — Die Kunst der Migration“ von Michaela Frank ist noch bis 30. Mai im FrauenKomm.Gleis 1 im Bahnhof Herzogenrath zu sehen.

(nina)
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