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Aachen: Merzbrück: Künftig weniger Geschäftsflüge

Aachen : Merzbrück: Künftig weniger Geschäftsflüge

Dass der Flugplatz Merzbrück laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zu den bedeutenden regionalen NRW-Kleinflughäfen zählt, freut Kreisbaudezernet Uwe Zink. „Wir haben jetzt von neutraler Stelle den Beweis, dass Merzbrück wichtiger ist als manch einer in der Region meint.”

Dass das DLR den Neubau einer Start- und Landebahn mit 1500 Metern Länge empfiehlt, nimmt er zur Kenntnis, betont aber, es werde keine neue Diskussion um den Ausbau geben. „Wir haben eine klare Entscheidung getroffen, und danach wird die Landebahn von derzeit 520 auf etwa 900 Meter verlängert.” Damit sei gewährleistet, dass der Status quo beim Flugbetrieb auch nach Inkrafttreten der neuen EU-Sicherheitsvorschriften erhalten werde.

Weg für weitere Planungsschritte frei

Genau so sehen das Würselens Bürgermeister Werner Breuer, Aufsichtsratschef der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH (FAM), und FAM-Geschäftsführer Walter Kampsmann. Der Aufsichtsrat habe in seiner jüngsten Sitzung den Weg für die weiteren Planungsschritte frei gemacht und den Gesellschaftern - das sind unter anderem Stadt und Kreis Aachen - empfohlen, die noch ausstehenden Gutachten in Auftrag zu geben. Dazu gehören etwa zwei Lärm-, ein Schadstoff- und ein Wetterdienstgutachten sowie die Umweltverträglichkeitsprüfung.

Grundsätzlich habe die Landesluftfahrtbehörde bereits die Machbarkeit der Landebahnverlängerung bejaht. Parallel zu der Erstellung der Gutachten - Breuer rechnet damit, dass diese Mitte 2005 vorliegen - werde das Änderungsverfahren für den Gebietsentwicklungs- und den Flächennutzungsplan betrieben.

„Baubeginn ist Anfang 2006”, sagt Breuer. Vorausgesetzt, alles läuft nach Plan. Sprich: Die Gutachten werfen keine neuen Fragen auf, und die Genehmigungsverfahren gehen zügig vonstatten. Im Gegensatz zu Breuer wagt Zink keine Prognose. „Solche Verfahren können sich ziehen wie Kaugummi”, weiß er. „Wichtig ist, dass jetzt Entscheidungen fallen. Denn dann kann es weiter gehen.” Und das wird es, ist Kampsmann überzeugt: „Es gibt einen breiten Konsens über die Verlängerung der Landebahn. Die Stimmungslage hat sich gebessert.”

Neue Vorschriften

Die verschärften Sicherheitsvorschriften für die gewerbliche Personenbeförderung treten allerdings schon am 1. Januar 2005 in Kraft. Folge laut Kampsmann: „Für die kleinen zweimotorigen Flugzeuge reicht Merzbrück nicht mehr aus. Man darf damit nur noch privat fliegen.” Doch von dieser Einschränkung seien nur wenige Flüge betroffen. Die Flugschule könne weiter machen, sie genieße Bestandsschutz, „weil wir nachgewiesen haben, dass die Verlängerung der Landebahn kommen wird”.

Allerdings sei die Genehmigung „eingefroren auf die Flugzeuge, die wir jetzt haben, wir können keine neuen Flugzeuge einsetzen”. Selbst wenn die kleiner und leiser wären. Das sei erst mit der 900-Meter-Bahn möglich.

Für die jetzige Landebahn wird bereits die Sicherheit erhöht: Sie wird durch Blitzlichter besser markiert, der Tower erhält ein Leuchtfeuer. Das Land schießt 120.000 Euro hinzu.