Herzogenrath: Merksteins altes Rathaus wieder in den Blick rücken

Herzogenrath: Merksteins altes Rathaus wieder in den Blick rücken

Groß war das Interesse der Anlieger im erstmals von CDU-Ratsherr Dieter Gronowski geleiteten Umwelt- und Planungsausschuss: Nach umfangreicher Bürgerbeteiligung unter Beratung des Aachener Büros für Kommunal- und Regionalplanung (BKR) stand der Planentwurf zur Umgestaltung des August-Schmidt-Platzes auf der Tagesordnung.

Norbert Kloeters, Architekt aus dem Aachener Büro 3+ Freiraumplaner, stellte nach einer prägnanten Ist-Analyse Lösungsvorschläge zur Attraktivitätssteigerung der von Restaurants und Ladenlokalen umschlossenen Fläche neben der Kirchrather Straße vor.

Durchaus positiv beurteilte der Fachmann die Grundanlage mit den stattlichen Bäumen als „Kapital”, der Wiese samt Spielmöglichkeiten in der Mitte und dem befestigten Umlauf, der, wie er beobachtet hatte, gerne von älteren Bürgern genutzt werde. „Meistens von den Männern”, wie er schmunzelnd ergänzte. „Die Frauen sind in den Geschäften.”

„Schön” sei auch das Café im Alten Rathaus, schade nur, dass die Gäste gegen geparkte Fahrzeuge schauen müssten. Die „Spielhölle” direkt daneben in dem altehrwürdigen Gebäude gefiel ihm allerdings nicht: Ideal sei, wenn das italienische Restaurant von der Kirchrather Straße dorthin umziehen könnte...

Toilette zu prominent

Missfallen erregte bei Architekt Kloeters auch das Toilettenhäuschen „an prominenter Stelle” („das ist wie ein chices Wohnzimmer, in dem ein Bauklo steht”), aber zu 90 Prozent nicht genutzt.

Den Interessen möglicher Nutzer und des belasteten Haushalts der Stadt entgegen komme da vielmehr eine zwar gebührenpflichtige, dafür aber selbstreinigende und daher stets tiptop saubere Toilettenzelle, wie sie unter anderem in Aachen stehen.

Parkplätze zu schmal

Mit 2,30 statt 2,50 Metern Breite als zu schmal stufte der Planer auch die Parkplätze des angrenzenden Supermarktes ein. Sein Tipp: Lieber jeweils eine Stellfläche einsparen und breite Parkbuchten anbieten, als Kunden verärgern, die sich entweder aus ihren Autos quälen müssen oder deren Wagen beschädigt werden.

Verbessern möchte Kloeters auch die Anbindung an die Euregiobahn, die bisherige Verbindung zwischen Platz und Haltestelle stufte er als zu eng, abends zu dunkel und daher besonders für Frauen als zu angstbelastet ein.

Wie bereits durch Stadtplaner Professor Dietmar Castro von BKR bei einer der Bürgerversammlungen festgestellt worden war und vom Technischen Dezernenten Rüdiger Staron in der Ausschusssitzung am Dienstag nochmals unterstrichen wurde, vereine der August-Schmidt-Platz bisher schon die diversen Interessen der Menschen in Merkstein. Nun geht es um seine Umgestaltungen, ohne Fördergelder aus der Vergangenheit zu gefährden. Die Anpassung des Straßenraums vor dem Alten Rathaus bietet sich da zunächst an.

Architekt Kloeters schwebt dort eine einheitliche Aufpflasterung vor, zudem die Entfernung der Parkplätze und eventuell des Wartehäuschens für den Bus, der aber nichtsdestotrotz weiterhin hier durchfahren soll. Viel Raum für den aufzuwertenden Wochenmarkt werde so geschaffen. Auf dieser Fläche könne dann auch das Festzelt stehen.

Pferdebrunnen aufwerten

Den Pferdebrunnen möchte der Planer überdies ins rechte Licht rücken, dazu die Figuren aus dem statischen Betonviereck herausholen und in einem brodelnden runden Becken oder sogar auf einer Art Wassertisch mit Bodensprudlern tänzeln lassen.

In Sachen Parkplätze im Gespräch ist die Stadtverwaltung bereits mit dem Betreiber des Supermarkts, der analog zu den Empfehlungen des Einzelhandelskonzepts von Rainer Schmidt-Illguth von der Kölner Unternehmensberatung BBE, am Standort gehalten werden soll.

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