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Alsdorf: „Mein Herz hat immer für die berufliche Ausbildung geschlagen”

Alsdorf : „Mein Herz hat immer für die berufliche Ausbildung geschlagen”

Thomas Becker ist jemand, der gerne wandert. Die Alpen etwa hat der 50-Jährige bereits zu Fuß überquert. Auch beruflich hat der gebürtige Münsterländer viele Etappen zurückgelegt. Jetzt will er rasten. Als neuer Leiter des Berufskollegs des Kreises Aachen in Alsdorf wurde er heute vorgestellt.

„Ein umtriebiges Berufsleben kommt jetzt erst einmal zur Ruhe”, sagte er beim offiziellen Amtsantritt. Wobei Ruhe nicht Stillstand bedeuten solle. „Auch ein solch großes Kolleg mit 1800 Schülern muss flexibel bleiben und sensibel auf Entwicklungen in seinem Umfeld reagieren.”

Die Förderung Jugendlicher ohne Ausbildungsvertrag und die Vorbereitung auf eine berufliche Laufbahn im Ausland wolle er beispielsweise voranbringen, so der Westfale, der seit 30 Jahren im Rheinland lebt.

Germanistik, Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre hat er an der RWTH Aachen studiert. Nach dem Referendardienst in Euskirchen und dem Studienseminar in Bonn kehrte er zunächst als Dozent am Lehrstuhl für Deutsche Philologie nach Aachen zurück. Doch eine Hochschulkarriere habe er nie angestrebt. „Mein Herz hat immer für die berufliche Ausbildung geschlagen.”

Das Alsdorfer Berufskolleg hat er als Abteilungsleiter für Gesundheit, Soziales und Hauswirtschaft kennengelernt, bevor er vor drei Jahren stellvertretender Leiter des Berufskollegs in Jülich wurde.

Gründlich verändert habe der verheiratete Vater einer Tochter das Alsdorfer Kolleg nach seiner Rückkehr vorgefunden. „Zahlreiche neue Anbauten gibt es jetzt hier, da muss ich noch viele Räume erst entdecken.”

Die Zeit dafür wolle er sich gern nehmen, ebenso für Gespräche mit Kollegen und Schülern. „Ich will eine Kommunikation auf Augenhöhe mit allen Beteiligten pflegen, um eine bestmögliche Ausbildung anbieten zu können.”

Unterstützt wird Becker dabei von seiner neuen Stellvertreterin Ute Dreser, die das Kolleg im vergangenen Jahr kommissarisch mit Beckers Vorgänger Lothar Gräf geleitet hatte, der in wenigen Tagen pensioniert wird.

ollte seine Zeit es erlauben, will Thomas Becker in diesem Jahr auf dem französischen Teil des Jakobsweges wandern. Beruflich zieht es ihn nicht in die Ferne. „Ich habe hier einen Platz gefunden, an dem ich noch lange bleiben möchte.”