Alsdorf: Medizinforum: Wie funktioniert die Schilddrüse?

Alsdorf: Medizinforum: Wie funktioniert die Schilddrüse?

Obwohl sie nur die Größe einer Walnuss besitzt, leistet sie im Körper eine Menge — die Schilddrüse. Sie ist für den Hormonhaushalt im Körper verantwortlich. Ihre Hormone beeinflussen den Stoffwechsel.

Wenn die Kraft der Schilddrüse nachlässt, ist das Organ, das die Form eines Schmetterlings besitzt, plötzlich gar nicht mehr so klein.

Welche Ursachen die plötzliche Schwellung haben kann, was die Folgen sind und welche Behandlungsmethoden gegen eine unzureichende Schilddrüsenfunktion angewendet werden, erklärte Dr. Carsten Krones, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marienhospitals zum 22\. Medizinforum in der Stadthalle Alsdorf.

Er referierte er über die Schilddrüse „Kleines Organ ganz groß“. Etwa ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland haben einen Knoten in der Schilddrüse, der selten Symptome mit sich bringt. Nicht immer ist dann eine Vergrößerung des Organs zu erkennen. „Es gibt sogenannte kalte Knoten, inaktives Gewebe, das keine Hormone mehr bildet und kein Jod mehr aufnehmen kann. Dabei ist das Organ auf Jod angewiesen, um die Schilddrüsenhormone bilden zu können, erklärte Krones, Symptome sind Schluck- oder Atembeschwerden, eine sichtbare Schwellung (Kropf) und ein Druckgefühl im Hals.“ Auslöser können Stress, aber auch eine genetische Veranlagung sein, sagte der Chefarzt für Viszeralchirurgie.

Im Gegensatz dazu seien die „heißen Knoten“ für eine Überfunktion verantwortlich. Diese eher gutartige Erkrankung, die eine ungeregelte Jodaufnahme und Hormonbildung mit sich bringt, kann im schlimmsten Fall eine Herzrhythmusstörung begünstigen, so Krones. Symptome seien Gewichtsabnahme, Herzrasen und Haarausfall. In der Regel werden schilddrüsenblockierende Medikamente bei einer Überfunktion verschrieben.

Bei kalten Knoten leiden die Betroffenen zum Beispiel unter Schweißausbrüchen und Schlaflosigkeit. In seltenen Fällen könne das Gewebe bei „kalten Knoten“ bösartig sein. Bei etwa fünf Prozent liege die Wahrscheinlichkeit an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. „In der Regel ist dieser seltene Tumor mit radioaktivem Jod gut behandelbar“, beruhigte Krones. Am Ende konnten Interessierte den Experten persönlich sprechen.

(pia)
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