Baesweiler: Margret Nußbaum singt und tanzt in der Burg

Baesweiler: Margret Nußbaum singt und tanzt in der Burg

Es wurde lang und amüsant. Das ist immer so, wenn Margret Nußbaum in der Burg ist. Interessante Geschichten rund um das Thema Sport und Fitness hatte sie dieses Mal mitgebracht. Vorweg: Es war kein Schweiß treibender Abend mit Gymnastik oder Kraftsport — Margret Nußbaum forderte ihr Publikum lediglich zum Buchstaben-Tanz auf.

„Bokwa“ heißt der neue Trend-Tanz der Fitnessstudios, der dem Foxtrott recht nahe kommt. Zum Glück übte der Saal nur das große L — zwei Schritte vor, zwei zurück, einer rechts und wieder zurück — und dann das Ganze von vorn. Beim B, H oder X würde es dann schon komplizierter, meinte die Vortänzerin — begleitet von Johannes Gottwald am Klavier. Zur Begrüßung gab es mächtig Anstrengung für den Bizeps — in der Fachsprache zweiköpfiger Armbeuger-Muskel.

Margret, die Muskelkatze kam bei dieser sportlichen Übung natürlich auch auf den garantiert folgenden Muskelkater zu sprechen — ein Begriff, den sie nicht gern benutzt. Immerhin gehört sie zur Generation, die für die Gleichberechtigung gekämpft hat. Deshalb das T-Shirt mit der Muskelkatze. Sie sang — dazu passend — das Lied vom bösen Kater, der an der Halde in Baesweiler schwitzenden und keuchenden Läufern auflauert, ihnen am Bein kratzt und sich am nächsten Tag über deren Muskelkater schlapp lacht.

Selbstverständlich gab es Sticheleien über Muskelprotze und Muckibuden. Der Vergleich mit der balzenden Tierwelt lag hier nahe — aufgeblähte Gorilla-Männchen, die mit ihren Fäusten auf die breite Brust trommeln, um Weibchen zu beeindrucken oder männliche Konkurrenten in die Flucht zu schlagen.

Aber stehen Frauen wirklich auf Muskelmänner? Nein, hat eine britische Studie ergeben. Frauen mögen lieber Männer mit Bauchansatz. Die Kerle seien dann einfach entspannter!

Ganz verrückt wurde es beim Bügeln auf dem Klavier, auf Tischen im Saal und Blusen von Zuhörerinnen — begleitet von Gottwald auf dem Klavier, der die Melodie von „Das bisschen Haushalt“ spielte. Nußbaum sprach über den Extremsport „Extreme Ironing“ — Bügeln unter schwersten klimatischen, geografischen und körperlichen Bedingungen — etwa in einer Felswand, auf Berggipfeln, in der Krone 1000-jähriger Eichen, in einem reißenden Gebirgsbach usw.

Erfunden hat das Extrembügeln im Jahr 1997 der Brite Philip Shaw. Er war die Hausarbeit und vor allem das Bügeln Leid und verlegte diese ungeliebte Tätigkeit in die Berge. Auch nach Deutschland schwappte der Trend über. Südlich von München fand im Jahr 2002 die erste Weltmeisterschaft im Extrembügeln statt: Bügeln im Wald (Forest Style), im Gebirgsbach (Water Style), in der Kletterwand (Rocky Style), an einer Hausfassade (Urban Style). Margret empfahl, die interessante Sportart auch mal in Baesweiler einzuführen — Bügeln auf der Halde, im Freizeitbad oder auf der Turmspitze von Sankt Petrus — oder vielleicht auch mitten im Festzelt der Junggesellenkirmes! Ende Mai...

(mas)