Baesweiler: Margret Nußbaum: Lustige Exkursion durch das Weihnachtsland

Baesweiler : Margret Nußbaum: Lustige Exkursion durch das Weihnachtsland

Bevor es weihnachtlich wurde, hatte Autorin Margret Nußbaum zunächst einer „guten Fee“ zu danken. Ihrem Ehemann Günter. „Oh Gott, ich habe die Glocke vergessen“, fiel der Journalistin ein. Mit dem PS-starken „Schlitten“ des Gatten wurde das Malheur dann doch schnell und unauffällig aus der Welt geschaffen.

Wie in den vergangenen Jahren schon hatte Nußbaum zu ihrem Weihnachtsprogramm „Heiliger Bim Bam, schöne Bescherung“ in die Alte Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler geladen.

Geschichten, Lieder und mehr zur Weihnachtszeit lautete der Untertitel des Lesungs- und Gesangsabends, der etwa 100 Besucher zog. Schwer bepackt betrat die Autorin die Bühne der Alten Scheune, um als heiliger „Beutolomäus“ Tüten und Taschen zu leeren. Geschenke hatte „Tante Margret“ für ihre Lieben reichlichst mitgebracht.

Auch das ist mittlerweile ein netter Brauch bei den Nußbaum’schen Abenden geworden. Vorgestellt von Bibliotheksleiterin Elke Tetz klärte die belesene Autorin auf, um wen oder was es sich denn beim heiligen „Bim Bam“ handelt. Wir rufen den Heiligen Antonius an, wenn wir etwas verloren haben — und den Heiligen Bimbam, wenn wir vor etwas Bammel haben ... War natürlich ein Scherz! „Heiliger Bimbam sagen wir, wenn wir etwas zum Ausdruck bringen wollen wie: Was ist denn hier passiert! Eine andere Redensart: Ach du heiliger Strohsack! Das oder Heiliger Bimbam könnten wir sagen, wenn wir verhängnisvolle Nachrichten hören.“

Begleitet vom Pianisten Johannes Gottwald lud Margret Nußbaum ihre Gäste zum gemeinsam Singen ein, klärte über die Existenz der Gans „Doretta“ auf, warum Gänsebraten und Weihnachten eine enge Verbindung haben und verriet zudem, was denn der Weihnachtsmann im Sommer macht. Ganz einfach: „Er arbeitet in einem Freizeitpark in Kopenhagen.“

Reichlich beschenkt

Zur Begründung hieß es: „Dort findet seit 1957 alljährlich ein dreitägiger internationaler Kongress der Weihnachtsmänner statt. Weihnachtsmänner aus Großbritannien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Ungarn, Italien, Japan, Norwegen, Schweden und USA waren beim letzten Kongress dabei. Die 160 Teilnehmer marschierten während der Weihnachtsmann-Parade bei skandinavischen Sommertemperaturen von 20 Grad Celsius durch die Straßen.

Zwischendurch gab es dann auch einen leckeren Schnaps und weitere Geschichten zu Engeln mit ganz eigenen Namen, Schutzengeln oder weltlichen und selbst ernannten Göttern wie beispielsweise US-Präsident Donald Trump, der von sich behauptet: Ich bin der beste Präsident, den Gott je erschaffen hat.“

Was an Neujahr Glück bringen soll war ebenfalls ein Thema an diesem sehr kurzweiligen Abend. Der Fliegenpilz wehrt nach altem Aberglauben Dämonen ab. Der Schornsteinfeger, so glaubte man früher, vertreibe beim Kehren böse Geister, die sich im Rauch des Kamins verbergen. Eisen soll immer schon vor bösem Zauber geschützt haben. Die einen hängen das Hufeisen mit der Öffnung nach oben auf, damit das Glück hineinfallen kann. Nach altem Bauernglauben aber soll es genau umgekehrt aufgehängt werden, damit das Glück auf Haus und Hof umgeleitet wird — und so der Familie automatisch Wohlstand und Glück beschert.

Das Glücksschwein wird oft mit dem wilden Eber, dem heiligen Opfertier der Germanen, in Verbindung gebracht. Sie opferten des dem Göttervater Odin, damit er sie mit seinem leicht aufbrausendem Zorn verschone. Heute wird es an Neujahr oft als Marzipanschweinchen verschenkt. Reichlich beschenkt wurde Margret Nußbaum am Ende ihrer zwei Stunden dauernden Exkursion. Mit langem Applaus.

(mas)
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