Baesweiler: Maipaare gibt es auch im Mini-Format

Baesweiler: Maipaare gibt es auch im Mini-Format

Mögen sich die großen Junggesellen diesmal mit dem Finden von Maipaaren schwer getan haben — von ihren kleinen Nachahmern kann man das bestimmt nicht behaupten. Im Kindergarten „Trauminsel“ standen drei Pärchen im Nu parat. Und nicht bloß die.

Flott fanden sich auch ein Fahnenschwenker, einige Maibaumträger und viele Musiker. Eben ganz so, wie es sich für das Baesweiler Kirmesbrauchtum gehört. Bloß alles zwei, drei Nummern kleiner.

Lässt die Flagge kreisen: Als Fahnenschwenker hat Pierre Balfanz den Dreh raus. Foto: Stefan Schaum

Schon zum zehnten Mal orientiert sich die Kita mit viel Liebe zum Detail an der Tradition, die die Junggesellen eifrig pflegen. „Unsere Kinder sind ganz wild darauf, das genau so zu machen und fragen schon zu Beginn des Jahres, wann die Proben endlich beginnen“, sagt die Kita-Leiterin Regina Brouers.

Begonnen haben sie vor gut drei Wochen. Seitdem marschieren die Mini-Junggesellen fleißig durch die Turnhalle. Schließlich soll alles gut aussehen bei ihrem großen Auftritt am kommenden Montag. Beim Höhepunkt der Baesweiler Kirmes mischen sie nämlich kräftig mit.

Erstes Ziel: das Rathaus

Um kurz nach 10 Uhr werden sie an der Grengracht losstiefeln. Ihr Ziel ist das Rathaus, wo um 11 Uhr auch die „echten“ Junggesellen aufmarschieren, um den Arbeitstag der Verwaltung zu beenden.

Gemeinsam werden Klein und Groß dann Richtung Feuerwehrturm ziehen, wo die Kita-Kinder das Programm im Festzelt eröffnen. Es ist schon putzig, wie sie derzeit üben, um möglichst synchron im Gleichschritt zu marschieren. Auch beim Aufstellen des kleinen Maibaums, den ein Vater als Leichtgewicht aus Pappe gebaut hat, ist Gleichgewichtssinn gefragt, damit das Ding nicht kippt. Kräftig gewackelt hat der Baum schon mal — aber stehen blieb er immer.

Bei ihrem Bühnenauftritt werden die Kinder Kränze und eine kleine Tanne daran befestigen. So gehört sich das. Nur der Tanz, den sie anschließend auf die Bretter legen werden, steht bei den Junggesellen sonst nicht im Protokoll: das ist diesmal der „Gangnam Style“.

Für die Kinder ist das vor allem ein großer Spaß. Aber es soll durchaus der Beginn einer echten Beziehung sein. Brouers: „Wir wollen es nach Kräften fördern, dass die Kinder die Tradition kennenlernen, die es in ihrer Heimatstadt gibt.“ Schon möglich, dass aus dem ein oder anderen kleinen Junggesellen später mal ein großer wird. Wie das Brauchtum funktioniert, wissen die Kinder dann ja schon.

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