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Herzogenrath: Märchenerzählerin macht Wünsche wahr

Herzogenrath : Märchenerzählerin macht Wünsche wahr

Märchen, die noch nie vorher erzählt wurden, die es vorher nicht gegeben hat: Die vier ersten Klassen der Dietrich-Bonhoeffer-Schule hörten sie ganz gespannt.

Klar, hatten die Kinder doch auch die Figuren erst zum Leben erweckt. Märchenerzählerin Maria Riga fesselte die Erstklässler von Anfang an. „Ihr habt drei Wünsche frei, denn sonst kann das Märchen nicht beginnen.”

Sibille wünschte sich eine Eisblume, ihre Klassenkameraden eine kleine Schwester und einen Hund. Drei Wünsche, um die Maria Riga eine halbe Stunde lang eine schöne Geschichte spann, die Kinder dabei immer wieder mit einbezog.

Die kleine Schwester bekam einen Namen - Hannah. Sie konnte wunderschön singen, doch niemand beachtete sie. Nur Hannahs große Schwester erntete Bewunderung und Aufmerksamkeit, weil sie so schön malen konnte.

Hannah zuzuhören, dafür hatte niemand richtig Zeit. Erst als sie einen kleinen Hund traf, hatte Hannah ihren ersten aufmerksamen Zuhörer. Hannah traut sich plötzlich, erlebt Dinge, die ihre große Schwester nie erleben wird. Sie findet mit Hilfe des Hundes eine Eisblume im Traumland, die Zauberkräfte hat.

Eine halbe Stunde lang lässt sich die gebürtige Griechin Maria Riga für eine Geschichte Zeit. Acht Märchen entstanden so für die vier Klassen, die jeweils in zwei Gruppen aufgeteilt wurden.

Offene Münder beim Zuhören, Kinder, die immer wieder in Erwartung des Kommenden näher an die „Märchentante” ranrutschten. Kaum einer der jungen Zuhörer wurde zappelig. Die Märchen waren viel zu spannend.

„Das alles hätte ich nie ohne Eure Wünsche geschafft”, sagte Maria Riga. „Das Märchen gehört Euch, Ihr dürft es behalten, und wenn die Märchentante diese Geschichte noch mal irgendwo anders erzählt, darf sie keine Märchen mehr erzählen.”

Das ganze Schuljahr über ist die Förderung von Lese- und Sprachkompetenz ein wichtiges Thema in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. „Gespräche im Kollegium, mit den Eltern und Fortbildungen zu diesem Thema haben die unterschiedlichsten Ideen gebracht.

Für die älteren Schüler wird beispielsweise eine Lesung organisiert, die Kleinen sollen lernen, wie man zuhört, Phantasie entwickelt”, erläutert die stellvertretende Schulleiterin Roswita Küsters. So sollen schon die Kleinen angeregt werden, selbst einmal in ein Buch zu schauen und zu sehen, was für tolle Sachen man beim Lesen erleben kann.

Für die Klassenlehrerin der 1a, Gabriele Brochhaus, ist vor allem die Beziehung zwischen Erzählen und Zuhören wichtig. „Diese Beziehung fehlt häufig in Familien, es wird nicht mehr so viel erzählt”, spiele der Fernseher leider oft eine größere Rolle.