Baesweiler: Lovericher Grundschule und St.-Andreas-Grundschule feilen an neuem Programm

Baesweiler : Lovericher Grundschule und St.-Andreas-Grundschule feilen an neuem Programm

Im Grunde lag es auf der Hand. Schließlich spielen Kreativität, Kunst und Kultur in der Grundschule Loverich schon seit langem eine große Rolle. Vom Schulchor, über die vielen Leseangebote und Theaterbesuche, bis hin zur bunten Gestaltung des Schulhofs mit Spielflächen. Künftig soll dieses Angebot noch deutlich wachsen.

Und das mit Konzept. Denn die Grundschule — und die Settericher St.-Andreas-Grundschule, deren Teilstandort die Lovericher Schule ist — wollen eine „Kultur.Schule“ (Kultur-Punkt-Schule) sein.

Dieser Begriff ist eine Schöpfung von Schulleiterin Beatrix Hinrichs. Zwar gibt es bereits das Programm „Kulturschule NRW“, doch sei es ja gar nicht nötig, die Schule einem bestehenden Konzept anzupassen, wenn man auch sein eigenes, punktgenaues Ding machen könne. Beatrix Hinrichs: „Wir schaffen uns ein Profil, das genau zu uns passt!“

Unterstützt wird das Vorhaben vom Bildungsbüro der Städteregion Aachen. Was da geschieht, ist eine Herzensangelegenheit. Herzensangelegenheit, „weil die Kinder in ihrer Entwicklung einfach enorm von einer Extraportion Kultur im Schulalltag profitieren“, wie Beatrix Hinrichs sagt.

„Ausgehend von dem Vorhandenen haben wir mit Beginn des Schuljahres 2017/18 unser Schulprofil erweitert, verändert und den Schwerpunkt auf kulturelle Bildung gelegt. Als Grundschule im ländlichen Gebiet wollen wir unseren einen kreativen Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen, damit sie Kultur als Bestandteil des Lebens erfahren — auch gerade dort, wo der örtliche Zugang aufgrund des Angebotes und der Erreichbarkeit begrenzt ist.“ Weil die Kultur bereits ihren festen Platz im Angebot hat, wird dieser Bereich noch kräftig ausgebaut. Einen eigenen Schulchor, wie Loverich ihn seit vielen Jahren hat, gibt es inzwischen auch in Setterich.

Umgekehrt wird deren Modell einer Schulbücherei auch nach Loverich „exportiert“, wo eine solche die bereits vorhandenen Klassenbüchereien ergänzt. Überhaupt: das Lesen. Das genießt einen besonders großen Stellenwert. Vorlesestunden gibt es wöchentlich, zusätzlich hat es Tradition, dass Autoren die Schule besuchen und Bücher vorstellen. Kreatives Schreiben, Sprecherziehung, Theaterworkshops — auch das sind denkbare Dinge für die nähere Zukunft. Ebenso wie eine Tanz-AG und Talentförderungen, die sich ganz individuell an den Schülern, an deren Vorlieben und Wünschen orientieren sollen.

Die passenden Dozenten und Projektleiter kommen zum Teil aus dem Lehrerkollegium, zusätzlich sollen externe Kräfte und Künstler die Schule besuchen — die Sponsorensuche dazu läuft bereits, und Beatrix Hinrichs ist zuversichtlich, viele Unterstützer begeistern zu können.

Bei den Eltern sei die Begeisterung schon jetzt riesig. „Die stehen voll hinter dem Konzept!“ Auch eine „Generationsbrücke“ gehört übrigens dazu, bei der Besuche von Settericher Schülern im Seniorenheim An der Burg geplant sind. All das werden die Kinder auch dokumentieren. In „Kulturtagebüchern“ die all das sammeln, was sie an Projekten und Erfahrungen während ihrer Grundschulzeit erlebt haben.

Und wer weiß — vielleicht entdeckt der ein oder andere Schüler dabei ganz besondere Stärken an sich, auf denen er aufbauen kann? Ein solides Fundament in Sachen Kultur möchte die St.-Andreas-Schule an beiden Standorten jedenfalls legen.

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