Nordkreis: Lohnt sich noch jeder Blutspende-Termin?

Nordkreis: Lohnt sich noch jeder Blutspende-Termin?

Unter 40 Blutspendern läuft bald nichts mehr. Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes stellt derzeit alle Termine auf den Prüfstand: Kommen zu einem davon wiederholt nur wenige Spender, dann soll er — zumindest vorübergehend — gestrichen werden.

Anlass dafür sei eine leicht gesunkene Nachfrage seitens der Kliniken, sagt Heinz Kapschak, stellvertretender Sprecher des Blutspendedienstes West. „Etwa sieben Prozent weniger Blutkonserven als vor wenigen Jahren rufen die Krankenhäuser derzeit beim DRK ab.“ Eine Ursache seien minimalinvasive Operationsmethoden, bei denen weniger Blutkonserven vonnöten sind.

Bereits im vergangenen Jahr sei selbst während der Sommerferienzeit ein Versorgungsengpass ausgeblieben, wie es ihn in diesem Zeitraum zuvor häufiger gegeben habe, sagt Kapschak.

Nachfrage leicht rückläufig

Um nicht unnötig viel Blut vorzuhalten, werde derzeit „flächendeckend geprüft. Das ist auch in den vergangenen Jahren immer wieder mal passiert, um uns dem Bedarf der Krankenhäuser anzupassen.“ Sollte die Nachfrage wieder steigen, werde man darauf reagieren.

„Hier geht es ja nicht darum, Arbeitsplätze einzusparen. Aber die Hauptamtler, die bei einem wenig frequentierten Termin vielleicht gar nichts zu tun haben, können an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden.“ Auch der logistische Aufwand für solch einen Termin müsse in Relation zu der gesammelten Blutmenge stehen. Derzeit seien 40 Spender die Hausnummer — und genau die spielt auch im Nordkreis eventuell eine wichtige Rolle.

Am Freitag, 21. März, steht der Blutspendebus wieder auf dem Burger-King-Parkplatz an der Alsdorfer Luisenstraße. Womöglich zum letzten Mal. „An diesem Ort gibt es oft nicht so viele Spender“, sagt Ellen Hansen, die für das Alsdorfer DRK die Termine koordiniert. Oft sind es knapp 40, manchmal auch weniger. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dieser Termin kippt“, sagt sie. Ein Problem sei das insgesamt nicht.

„Die anderen Termine in der Stadthalle und in der Blumenrather Europaschule laufen gut“, sagt sie. Bei elf Terminen pro Jahr kommen rund 870 Spender, die Zahl ist sogar leicht steigend. „Wenn jetzt ein Ort wegfällt, werden die dortigen Spender sich hoffentlich auf die übrigen Termine verteilen“, ist Hansen zuversichtlich.

In Baesweiler wird sich wohl nichts ändern, sagt DRK-Stadtverbandsvorsitzender Frank Brunner. „Wir sehen keine Termine in Gefahr, denn die Spenderzahlen liegen immer weit über der jetzt geforderten Marke.“ Acht Termine sind es pro Jahr, im vergangenen Jahr haben die Helfer insgesamt 902 Spender gezählt.

In Würselen ist Rolf Moetz als Blutspendenbeauftragter ebenfalls zuversichtlich, „dass nichts gestrichen wird“. Zwar laufe nicht jeder „Termin richtig super, aber um die 50 Spender sind es am Ende eigentlich immer“. Dass es hier und da eng werden könnte, befürchtet er zwar, rechnet aber damit, dass es bei den zwölf Terminen pro Jahr in Würselen bleibt.

Wie es in Herzogenrath mit eventueller Streichung von Terminen aussieht? „Ich habe von solchen Plänen noch nichts gehört“, sagt der stellvertretende DRK-Ortsvereinsvorsitzende Bernd Grendel — und verweist an den Blutspendedienst. Dort wird geschaut, was bleibt — und was nicht. „Kleinere Verschiebungen hat es in den vergangenen 60 Jahren immer gegeben“, sagt Heinz Kapschak, „das ist eine ganz normale Anpassung.“

Mehr von Aachener Zeitung