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Würselen: Liberale nörgeln weiter am Projekt „Lemmon” herum

Würselen : Liberale nörgeln weiter am Projekt „Lemmon” herum

Die FDP ist mit den Antworten der Stadtverwaltung auf ein Fragen-Paket zum Einsatz von Laptops („Lemmon”) in den Würselener Schulen nicht zufrieden. „Die Antworten zum Stand des Projektes machen klar, dass das Projekt zurzeit weder zielorientiert noch sachgerecht und nicht wirtschaftlich umgesetzt wird”, so FDP-Vorsitzender Karl-Wilhelm Hirsch.

Die Liberalen wollten in ihrer Anfrage an den Bürgermeister unter anderem wissen, wie viele Lehrer bis zum 20. August bereits einen Laptop angeschafft hatten und ob Schüler ersatzweise einen anderen Laptop als das Lemmon-Modell einsetzen können.

Zudem fragte die FDP, wann die Lemmon-Laptops an den derzeitigen Stand der Technik angepasst werden - die ausgelieferten Modelle seien nämlich „technisch bereits veraltet”.

Starke Zweifel

Antworten lieferte der Erste Beigeordnete Werner Birmanns, in dessen Zuständigkeitsbereich das Laptop-Projekt fällt. Demnach erfolge „eine Unterrichtung der Lehrerschaft über bestehende Möglichkeiten, einen Laptop zu erhalten bzw. zu mieten, erst in Kürze”.

Hirsch bezeichnet das als „unerträglich”. Folglich hätten sich die Lehrer weder mit dem Lemmon-Laptop noch mit der Software, die dort installiert sein soll, vertraut machen können.

Darüber hinaus müsse bezweifelt werden, dass die Lehrer im laufenden Schuljahr noch die Zeit finden können, sich in der Benutzung der Software schulen zu lassen, ihren Unterricht auf die Verwendung von Laptops umzustellen, ein auf elektronische Medien ausgerichtetes pädagogisches Konzept mit sachgerechten Unterrichtsmaterialen entwickeln zu können und gleichzeitig den normalen Unterricht aufrecht zu erhalten.

Hirsch: „Die schon jetzt vorliegenden mannigfaltigen Beschwerden aus der Elternschaft, dass es trotz der vollmundigen Ankündigungen aus der Politik und der Verwaltung mit Lemmon in der Praxis immer noch nicht losgeht, werden noch weiter zunehmen. Zu Recht!”

Keine andere Wahl

Die Frage nach der Möglichkeit, andere Laptops als die Lemmon-Geräte einsetzen zu können, verneinte Birmanns in seinem Antwortschreiben an die FDP: „Aus Gründen der Sicherstellung von Service und Wartungsdienstleistungen wird diese Möglichkeit nicht geboten.”

Für Karl-Wilhelm Hirsch ist somit klar: „Es geht nur mit diesem Lemmon-Laptop. Wer diesen Laptop nicht least oder kauft - und das beim offiziellen Anbieter -, wird sein Kind nicht in eine Laptop-Klasse schicken können.”

Für diesen „Zwang” gebe es „keine hinreichenden technischen oder pädagogischen Gründe”, die Marktwirtschaft werde ohne Not außer Kraft gesetzt.

Hirsch: „Es ist dann verständlich, dass sich insbesondere fachkundige Eltern über die schwache Ausstattung eines Laptops beschweren, für den sie einen monatlichen Betrag in Höhe von 30 Euro zahlen müssen, wenn es auch deutlich billiger ginge.”

Veraltet und zu teuer?

Der Antwort von Birmanns, dass „der angebotene Laptop dem normalen Stand der Technik entspricht”, schenkt die FDP keinen Glauben: Erst zum 22. August seien die Produktinformationen über den Lemmon-Laptop in den Internetauftritt eingestellt worden.

„Richtig ist, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein Laptop angeboten wurde, der nicht dem technischen Stand entsprach bzw. dessen Ausstattung den ausgewiesenen Preis nicht rechtfertigte.”