Baesweiler: Lesung im Garten bei Bonbons aus der Dose und Wein

Baesweiler: Lesung im Garten bei Bonbons aus der Dose und Wein

Nußbaum-Fans sind das Besondere gewöhnt. Da unterschied sich die jüngste Lesung nicht von früheren Auftritten. Diesmal hatte die Journalistin aus Setterich den Garten der Baesweiler Familie Leising-Müller gewählt. Um zwischen Goldruten und Rhabarber oder wildem Wein den geheimnisvollen Himmel sprachlich zu erleuchten.

„Mythen und Märchen von Sonne, Mond und Sternen“ lautete der Titel eines bezaubernden Abends. An dem der „Himmel“ zunächst nicht so richtig mitspielte und ein paar Regentropfen beisteuerte. Aber das hielten die 50 Gäste locker aus. Zumal auch die großen Bäume im Müllerschen Garten genügend Schutz boten.

„Die Himmelskörper faszinieren uns schon seit Urzeiten, bis in die heutigen Tage“, leitete Margret Nußbaum ihre Lesung — sie fand im Rahmen des Baesweiler Aktivurlaubs statt und wurde vom Gartenbauverein Baesweiler unterstützt — mit dem Publikum ein. Passend zum Vortrag von Margret Nußbaum war da auch die Spendenaktion. Die als Buchautorin bekannte Journalistin sammelte für das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“.

Das Geld, so erklärte Margret Nußbaum, fließt in das Projekt „Nothilfe für Ostafrika“. Eingangs entführte Margret Nußbaum ihr Publikum zu einer näheren Betrachtung der Sonne. „Unsere Sonne ist nichts anderes als ein großer Stern — einhundert Mal so groß wie die Erde. Ihre Kraft sehen und spüren wir täglich, denn sie spendet Licht und Wärme“, erklärte die Autorin. Sie wird noch etwa fünf Milliarden Jahre leuchten. Und die Sonne gehörte in manchen Kulturen des Altertums gemeinsam mit dem Mond zu Göttern.

Über ein Märchen aus Serbien, dass von der Entführung der Sonne erzählt widmete sich die Schriftstellerin einer afrikanischen Sage. Zudem beschrieb sie unter anderem den Sternenhimmel der Oberpfalz und auch sieben Nymphen aus der griechischen Mythologie. Auch Märchen aus Ostpreußen wurden thematisiert.

Die „Geschichte von der Trauer des Mondes“, ob er nun weiblich oder männlich ist, oder auch seine Wandelbarkeit streifte Margret Nußbaum. Bis zum guten Schluss ein Gedicht von Theodor Storm die gut zweistündige Lesung abschloß. „Und was in Tagesgluten zur Blüte nicht erwacht, es öffnet seine Kelche und duftet in die Nacht“.

Da verbeugten Autorin und Publikum sich sozusagen gegenseitig voreinander. Schon in Erwartung des 19. Dezembers. An dem Tag heißt es wieder „Schöne Bescherung“, dann in der Burg Baesweiler.

(mas)