Würselen: Lesermeinung: Vor Straßenausbau muss Kanalsystem saniert werden

Würselen: Lesermeinung: Vor Straßenausbau muss Kanalsystem saniert werden

Im „Vorlauf” zum Ausbau der Sebastianus-, Drischer- und Wilhelmstraße müssen mehrere Kanalbaumaßnahmen realisiert werden. Indem der Rat einstimmig eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 297.000 Euro beschloss, gab er dafür in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht.

Da die letzte Untersuchung und Bewertung der Kanäle in den besagten Straßen schon einige Jahre zurückliegt, wurden sie zunächst auf ihren aktuellen Zustand hin unter die Lupe genommen. Hierbei wurden erheblich mehr Anschlussleitungen ermittelt, als für die Gebäude- und Straßenentwässerung notwendig wären. Festgestellt wurde auch, dass die Einbindestellen am öffentlichen Kanal häufig nicht fachgerecht ausgeführt sind.

Es erfolgte daraufhin eine weitere Untersuchung aller vom Hauptkanal abzweigenden Anschlussleitungen.

Die dem Rat von der Verwaltung erläuterte Situation stellt sich wie folgt dar: Im Abschnitt Sebastianusstraße sind parallel zwei große Profile verlegt, von denen eines durch Betonkorrision stark angegriffen und abgängig ist. Doch reicht zur Ableitung der Abwässer die bessere der beiden Abwasserleitungen aus, so dass die abgängige und flacher verlegte Leitung entfernt werden soll. Die darauf einmündenden Anschlüsse müssen auf die verbleibende Leitung umgeklemmt werden.

Auch die hinter der Kirche verlaufende Ablaufleitung des Friedhofs St. Sebastian, an die auch Straßenabläufe und teilweise Hausentwässerungen angeschlossen sind, liegt bisher in der letzten Haltung unter dem Kirchengrundstück und zu flach für einige Hausentwässerungen. Daher soll in dem jetzt auszubauenden Abschnitt eine neue tiefere Verlegung erfolgen, womit die ordnungsgemäße Anbindung der Hausentwässerung und eine spätere Tieferlegung im weiteren Verlauf gewährleistet werden.

Ein weiterer Abschnitt der Kanalerneuerung betrifft die Wilhelmstraße. Auch hier sind parallel zwei Leitungen verlegt, die aber hydraulisch weiterhin beide notwendig sind. Vermutlich durch Kriegseinwirkungen - bei den Spülarbeiten wurde eine Granate im Kanal gefunden - wurde ein Teilstück der Haltung zerstört, das durch ein anderes Profil ersetzt wurde. Dabei ergibt sich an der Verbindungsstelle, die ohne Schacht ausgeführt worden ist, ein Höhenversatz. Es ist aber auch das Rohrmaterial durch Korrosion stark beschädigt. Die gesamte Haltung wird daher hier erneuert.

Eine große Anzahl von Anschlussleitungen, die nach der Befahrung keinem Objekt zugeordneten werden können, sind teilweise nach einigen Metern mit Sand und Kies zugeschüttet. Die entstandenen Hohlräume müssen entfernt beziehungsweise ordnungsgemäß komplett verfüllt werden.

Um auch den Grundstückseigentümern Gelegenheit zu geben, ihre Kanäle im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen erneuern zu lassen, wurden alle angeschrieben und um ein persönliches Gespräch gebeten. Erste Termine haben zwischenzeitlich schon stattgefunden.

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