Leseraktion „7x Sommer“: Einblicke in den Krankenhausbetrieb des RMK

Leseraktion „7x Sommer“ : Einblicke in den Krankenhausbetrieb des RMK

Leser unserer Zeitung werden im Rahmen der Reihe „7xSommer“ im Rhein-Maas Klinikum Würselen umfassend informiert. Unter Leitung von Heike Vollert (Öffentlichkeitsarbeit RMK) bekommen sie Einblicke in Bereiche, die sonst nicht für den „Otto-Normalverbraucher“ zugänglich sind.

Einer traut sich sofort. Als Dr. Peter Fleimisch nach einem Freiwilligen sucht, zeigt Jovan Gjurovski direkt auf. Der 70-Jährige aus der Gruppe unserer Leser will seine Lungenfunktion testen lassen. Dazu begibt er sich in eine entsprechende Kammer und lässt sich die weiteren Anweisungen von Schwester Claudia Hofmeier geben. Anschließend klärt Fleimisch, Chefarzt der Klinik für Lungenheilkunde und Beatmungsmedizin am Rhein-Maas Klinikum in Würselen, den „Zufallspatienten“ auf.

Und das Ergebnis ist keine Belohnung für den Mut des Mannes, der seit 30 Jahren nicht mehr raucht, sondern vielmehr das Resultat seiner gesunden Lebensweise. „Ihre Untersuchungswerte sind durchschnittlich besser als die Norm der Patienten, die in diesem Alter untersucht werden“, gibt der Facharzt dem zufällig zum Privatpatienten des Chefs gewordenen Jovan Gjurovski mit. Dafür erhält er spontan Applaus des Mediziners und der 13-köpfigen Gruppe, die sich der Führung durch das RMK angeschlossen hat.

Diese Führung wurde im Rahmen der Aktion „7 x Sommer“ unserer Zeitung angeboten. Unter Leitung von Heike Vollert (Öffentlichkeitsarbeit RMK) bekamen die Teilnehmer aus Alsdorf, Würselen und Herzogenrath Einblicke in Bereiche, die sonst nicht für den „Otto-Normalverbraucher“ zugänglich sind. Es sei denn, sie werden als Patient – etwa 60.000 pro Jahr – ins RMK eingeliefert.

Zur ersten Station der Gruppe führte Udo Sausen, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme (ZNA) des RMK, das 18 Fachkliniken hat. Er verdeutlichte, dass nach dem Neubau von Teilen der ZNA nun auch eine Notdienstpraxis der niedergelassenen Ärzte Aachen-Nord vor Ort ist. Hier wird von Fachkräften entschieden, ob es sich bei einem Fall um einen Patienten handelt, den auch ein niedergelassener Arzt oder besser ein Krankenhaus-Arzt behandeln sollte.

Der Mediziner räumte damit auf, dass „Wartezeiten sicherlich nirgendwo verhindert werden können“, aber andererseits „können wir auch nicht zu jedem Halsschmerz-Patienten den Hubschrauber schicken“. Zudem unterstrich er, dass „niemand aus der Notaufnahme weggeschickt wird“. Gemeinsam mit dem Teamleiter der Pflege, Philipp Schönleber, erläuterte der Arzt, wie verschiedene Bereiche ineinander verzahnt sind. In direkter Nähe der Notaufnahme befinden sich ein hoch moderner Traumaschockraum und ein CT-Platz. Insgesamt hat die ZNA 36 Bettplätze. Sausen: „Wir sind insgesamt gut aufgestellt.“

Das ist auch in der eng mit der ZNA zusammen arbeitenden Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin so. Dort legte Stanislaw Mulik die hochmoderne Technik und die Arbeitsweisen in den Bereichen CT und MRT offen. Das RMK verfügt über sehr viele bildgebende Geräte, dazu zählt unter anderemn auch der SPECT/CT. Mulik, leitender Medizinisch-Technischer Radiologieassistent, sagte: „Wir sind sehr stolz, die neueste Technik anbieten zu können.“ Diese führe unter anderem dazu, dass „wir die Strahlenbelastung im Vergleich zu früheren Jahren deutlich reduziert haben“.

Überblick vom Dach aus

Die Gelegenheit, Teile der Städteregion einmal von oben fotografieren zu dürfen, nahm die wissbegierige Dreizehn dann auf dem Plateau des Hubschrauberlandesplatzes wahr. Hier übernahm Dr. Herbert Adams, Facharzt für Anästhesie, Weiterbildungsbeauftragter, die Gruppe. Deutschlandweit liegt der Standort Würselen mit Hubschrauber-Einsätzen etwa an an fünfter Stelle.

Knapp 2000 Einsätze werden von Würselen (Standort Merzbrück) geflogen. Würselen ist in der Region einer von drei Standorten neben Aachen (Uniklinik) und Eschweiler, der mit einem offiziellen Hubschrauberlandeplatz auf oder am Gebäude ausgestattet ist. Das garantiert einen schnellen Transport von Patienten, die innerhalb von zehn bis zwölf Minuten mit dem gut 200 Stundenkilometer schnellen Helikopter in Würselen sein könnten. Adams stellte auch heraus, dass man bei Bedarf auch länderübergreifend fliegt und auch beispielsweise Einsätze in den Niederlanden vornimmt.

Einen ganzen Fragenkatalog hatte die Gruppe dann auch zum Schluss, als sie die Klinik für Gefäßchirurgie besuchte. Ihr Leiter, Priv.-Doz. Dr. Jochen Grommes, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, gab unter anderem Einblicke zu besonders schonenden Operationsmöglichkeiten bei Aneurysmen in der Bauchaorta. Dazu bedient man sich im ersten Schritt einer Ultraschalluntersuchung.

Mit dem Vortrag des Gefäßspezialisten war der offizielle Teil der Führung zwar beendet. Aber bei dem einen oder anderen Getränk, das die Klinik spendierte, wurde dann doch noch ein akademisches Viertelchen mit dem Wissenschaftler geplaudert und Fragen gestellt.

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