Herzogenrath: Lebensqualität durch Erhalt der Mobilität

Herzogenrath: Lebensqualität durch Erhalt der Mobilität

Sehr viele Menschen sind auch im Alter noch fit und aktiv. Doch auch wenn die Senioren noch längst nicht zum alten Eisen gehören, stellen sich altersspezifische Fragen - etwa nach der Mobilität oder der angemessenen Freizeitgestaltung.

Bei der Auftaktveranstaltung zur ersten Herzogenrather „Aktionswoche 60+” gab es eine Menge Informationen für Senioren.

In der Turnhalle des Kohlscheider Bürgerhauses fand die Messe statt, bei der Vereine, Unternehmen und Institutionen zu Themen rund ums Alter informierten. Im Fokus stand die Mobilität, unter anderem der öffentliche Personen-Nahverkehr.

„Herzogenrath zieht sich sehr lang. Es gibt auch Stadtteile, die nicht so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Da muss man vielleicht sogar über einen Bürgerbus nachdenken”, erklärte Annemarie Clermont-Karow, Bereichsleiterin Soziales bei der Stadt Herzogenrath.

Bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln lauern allerdings Tücken. Daher informierten die Aseag und die Deutsche Bahn zu Fahrplänen, Buslinien und Tarifen. Zudem hatte die Deutsche Bahn einen Übungs-Fahrkartenautomaten aufgebaut. Denn die Menü-Führung der Geräte ist oft verwirrend - nicht nur für ältere Menschen, die mit Touch-Screen und Computer nicht so vertraut sind.

Mobilität beschränkt sich für Clermont-Karow allerdings nicht auf den Straßenverkehr. „Es geht auch um Mobilität in der eigenen Wohnung.” Wohnraumanpassung und Hilfsmittel können dafür sorgen, dass alte Menschen in ihren eigenen vier Wänden länger ohne fremde Hilfe auskommen.

Zusätzlich gab es Wissenswertes von der Arbeiterwohlfahrt, den Johannitern oder dem Demenz-Service-Zentrum. Ergänzend wurde über Rehasport oder Fortbildung für Senioren im Ehrenamt informiert.

Alterssimulationsanzug

Zudem konnten jüngere Menschen einen Eindruck davon bekommen, wie das Leben im Alter ist. Der Selbstversuch im Alterssimulationsanzug zeigt, dass viele Bewegungen in vorgrücktem Alter nur noch schwerfällig, langsam und unsicher möglich sind. Eine Bleiweste sowie Gewichte an Knöcheln und Handgelenken machen jede Bewegung zum Kraftakt.

Manschetten an Knien, Ellbogen und eine Halskrause schränken die Beweglichkeit zudem ein. Zudem behindern Handschuhe die Feinmotorik, eine Brille die Sehkraft und Ohrenschützer das Hörvermögen. Fazit: Man ist nicht völlig hilflos. Man kann sich bewegen und bekommt, die meisten Dinge hin. Allerdings nicht so schnell. Schon das Auffalten und Lesen eines kleinen Fahrplans kann im Alter eine anspruchsvolle Aufgabe sein.

Mit der Aktionswoche gehe die Stadt Herzogenrath einen weiteren Schritt in Richtung „zukunftsorientierte Seniorenarbeit”, erklärte Clermont-Karow. „Damit wollen wir das Rad nicht neu erfinden. Aber viele Angebote, die es in Herzogenrath gibt, sind den Leuten nicht bekannt.” So könne gerade die Messe der Auftaktveranstaltung dazu beitragen, einen kompakten Überblick über bestehende Angebote zu liefern.

Entstanden ist die Idee für die Aktionswoche aus einem Bürgerforum. „Wir haben die Idee in Zusammenarbeit mit den Bürgern entwickelt”, setzt Bürgermeister Christoph von den Driesch auf den Dialog. „Wir wollen nicht alleine im Ratssaal entscheiden, wie wir mit dem demographischen Wandel umgehen.”

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