Würselen: „Lange Würselener Chornacht“ im Aachener Event-Center

Würselen: „Lange Würselener Chornacht“ im Aachener Event-Center

Musik ist zeitlos — und eine Zeit ohne Musik ist verlorene Zeit! Mit diesem Gedanken beschäftigte sich Kurt Savelsberg, Leiter des Aachener Event-Centers und selbst leidenschaftlicher Chorsänger, lange bevor er den Entschluss fasste, der Chormusik am Aachener Kreuz eine neue Heimat zu geben.

Zur ersten Ausgabe der „Langen Würselener Chornacht — TotalVocal“ wurden über 200 gespannten Gästen ein fein abgestimmtes Crossover der Chorkunst präsentiert, von der Klassik bis hin zur Öcher-Mundart. Der Würselener Meisterchor „Liederkranz“ gab sich vor der anstehenden Prüfung beim Chorverband des Sängerbundes NRW im kommenden Jahr keine Blöße und gab dem Auditorium einen Eindruck davon, warum der Titel „Meisterchor“ seit 1992 im Vier-Jahres-Zyklus ununterbrochen verteidigt werden konnte.

Die Herren im feinen Zwirn nahmen ihre Gäste mit auf eine Reise zur Vodopivec‘schen „Fröschehochzeit“ in Kroatien, über das nächtliche Spanien bis hin in die verschlafene Wildnis Afrikas — The lion sleeps tonight! Chorleiter und Dirigent Ando Gouders dürfte nach dem gelungen Auftritt entspannt auf die kommenden Aufgaben blicken.

Gemeinsamer Auftritt

Zahlenmäßig weit unterlegen aber nicht weniger stimmgewaltig kamen die Damen von „andersArt“ danach zu ihrem Auftritt. Pianistisch begleitet von Matthias Brede wurde ein gelungener „Genre-Schock“ inszeniert. Mit Titeln wie „Traffic Lights“ von Lena Meyer-Landrut oder „Use Somebody“ von Kings of Leon setzten die jungen Damen einen gut abgestimmten Kontrast zur klassischen Auswahl des Liederkranzes.

Das Chor-Trio komplettierten die Jungs von „Capella a capella“, die die Zuhörer nach einer musikalischen Weltreise wieder zurück in die Heimat holten. Ihre Wurzeln haben die jungen Sänger im Aachener Domchor und bekamen bereits 2003 den Thouet-Mundartpreis der Stadt verliehen. Mit Witz und gesanglicher Kunst ist seit über 25 Jahren das Öcher Platt bühnenreif gemacht worden. Nicht nur beim Alemannia-Vereinslied „Aber eins, aber eins...“ der Drei Atömchen schlug das Herz eines jeden Öchers höher.

Die Gäste und allen voran Savelsberg zeigten sich tief beeindruckt von der Leistung der Künstler auf der Bühne. „Über Veranstaltungen wie Dom im Licht habe ich zum Beispiel den Liederkranz kennenlernen dürfen. Die Liebe zur Chorarbeit verbindet uns alle und ich bin sehr froh, dass wir hier eine solch erfolgreiche Premiere feiern konnten.“

Neben dem gemeinsamen Auftritt verbinden die Chöre auch Beziehungen untereinander. So sind Esther und Markus Widua (andersArt bzw. Capella a capella) vor kurzem Eltern geworden. Dass der kleine Bastian früh mit dem Hobby seiner Eltern in Berührung kommen wird, steht außer Frage. Es bleibt natürlich zu hoffen, dass der Haussegen nicht darunter leidet, wenn er sich einst für den einen oder anderen Chor entscheiden muss.