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Landwirte und Kreis streiten über Hofläden

Landwirte und Kreis streiten über Hofläden

Kreis Aachen. Die „IG Regionale Produkte”, in der landwirtschaftliche Direktvermarkter aus der Region zusammengeschlossen sind, steht am Scheideweg.

Wie Landrat Carl Meulenbergh am Mittwoch bei einem Treffen mit der Aachener Kreisbauernschaft mitteilte, haben die Mitglieder aus dem Kreis Euskirchen den Vertrag zum Ende des Jahres gekündigt. Ähnliche Tendenzen seien im Kreis Düren erkennbar. Und auch unter den Landwirten im Kreis Aachen gibt es Unmut über den Dachverband, der vom Kreis koordiniert und finanziell unterstützt wird.

„Es reicht nicht nur, zentnerweise Papier zu produzieren. In der Praxis müssen endlich Wege gesucht werden, regionale Produkte an regionale Kochherde zu bringen”, machte Wilfried Jansen aus Lammersdorf stellvertretend für einige Kollegen seinem Ärger Luft.

Der Vorwurf: Es passiert zu wenig. Meulenbergh macht indes ein zu geringes Engagement seitens der Bauern aus. „Wir wollen etwas für die Landwirte machen. Aber die Interessengemeinschaft wird nicht so angenommen, wie wir es uns vorgestellt haben. Es plätschert nur so dahin.

Vielleicht machen ja auch die Landwirte Fehler”, gab er zu bedenken und setzte eine Frist: Im nächsten halben Jahr solle die Kreisbauernschaft klären, ob weiter Interesse an der Kooperation bestehe. Derzeit hat die 1999 gegründete IG, die etwa den Einkaufsführer „Frisch vom Hof” mit Adressen von Hofläden herausgibt und Direktvermarktern Service- und Beratungsleistungen anbietet, 35 Mitglieder aus der Stadt Aachen sowie den Kreisen Aachen, Düren und Euskirchen - anvisiert waren 75.

Ansonsten verlief der Gedankentausch, zu dem der Landrat erstmalig geladen hatte, harmonisch, wenn auch kritisch. So regten die Landwirte an, bei der Verbrennung des Heckenschnitts eine kreisweit einheitliche Lösung zu finden. Während dieser in den drei Eifelkommunen auf Grund einer Allgemeinverfügung verbrannt werden dürfe, sei dies in anderen Kommunen nicht möglich.

Generell appellierte Meulenbergh an die Landwirte, sich bei Fragen an die Verwaltung zu wenden. „Wir verstehen uns als Dienstleister”, warb er für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die der Chef der Kreisbauernschaft, Bernhard Plum, gewährleistet sieht: „Es gibt kaum Probleme mit dem Kreis.” Wenn da nicht die IG „Regionale Produkte” wäre...