Herzogenrath - Landesstraße 223 wird im Sommer 2018 ausgebaut

Landesstraße 223 wird im Sommer 2018 ausgebaut

Von: Katrin Fuhrmann und Sophie Kersgens
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Ein seltener Anblick: Bei der letzten Verkehrszählung im Jahr 2015 wurden 13 000 Fahrzeuge pro Tag erfasst. Für die Anwohner der Bardenberger- und Jüderstraße stellt das eine große Belastung dar. Mit dem Umbau der L 223 soll der Verkehr entlastet werden. Foto: Katrin Fuhrmann

Herzogenrath. Mitte nächsten Jahres wird mit dem lang geplanten Ausbau der Landesstraße 223 zwischen Herzogenrath Schulzentrum und Würselen Birk begonnen – das hat Straßen NRW auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Wie Projektleiter Arnd Meyer sagt, wird bereits im Februar mit Rodungsarbeiten an der Landesstraße begonnen.

Die Pläne für die Umgestaltung der Landesstraße sind nicht neu. Wegen der Baumaßnahmen musste in der Vergangenheit bereits der Verein für Deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Niederbardenberg, seinem Gelände weichen (wir berichteten). Bekannt ist auch, dass die Straße stark frequentiert wird.

Genau aus diesem Grund wird die Landesstraße umgerüstet. Neu dürfte allerdings sein, dass die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 70 Kilometer pro Stunde hoch gesetzt werden soll. Wegen häufiger Unfälle auf der Landesstraße war die Geschwindigkeit vor Jahren auf 50 Kilometer pro Stunde herabgesetzt worden.

Verkehrsbelastung

Andrea Claus ist genervt von der Straße und dem Verkehr. Schon länger, aber mit dem Umbau der Trasse, der eigentlich eine Entlastung der Wohnbereiche beispielsweise gegen Immissionen mit sich bringt, werden die Sorgen wieder größer. Claus wohnt an der Jüderstraße – jener Verbindungsstraße zwischen Herzogenrath und Würselen. Sie muss nach eigenen Angaben ständig Angst haben, dass sie beim Verlassen ihrer Einfahrt mit dem Auto einen Unfall baut.

Das Problem: Weil die Straße so stark frequentiert wird, braucht Claus manchmal mehrere Minuten, um ihre Ausfahrt zu verlassen. Das führt immer wieder zu Problemen und Streitigkeiten. Claus meint damit konkret die Auseinandersetzungen mit den Radfahrern, die meistens auf dem Weg zum Herzogenrather Schulzentrum unterwegs sind. „Ich schaue mich meistens drei, vier Mal um, bis ich das Auto ausparke. Wenn die Fahrradfahrer den Berg aber so schnell entlangfahren, müssen sie oft eine Vollbremsung machen“, sagt Claus.

Schon oft sei sie beschimpft worden, dass sie doch besser schauen und aufpassen sollte. Aber oft ist es unmöglich, die Fahrradfahrer rechtzeitig zu sehen, sagt Claus und lacht: „Um die Ecke gucken kann ich leider noch nicht.“ Eine Lösung für das Problem ist nicht in Sicht. Dass die Straße stark frequentiert wird, bestätigt Meyer. Im Jahr 2015 fand die letzte Verkehrszählung statt. Aus dieser Statistik geht für den Abschnitt zwischen Herzogenrath und Bardenberg die höchste Belastung mit etwa 13.000 Fahrzeugen pro Tag hervor. Die anderen Abschnitte sind mit 11.000 und 12.000 Fahrzeugen pro Tag etwas geringer belastet.

Es fällt allerdings auf, dass im Vergleich zu der Zählung im Jahr 2010 die Belastung in jenen Abschnitten noch um 800 Fahrzeuge höher ausgefallen ist. Kann man also von einer Minimierung des Verkehrs sprechen? Wohl kaum – 800 Fahrzeuge weniger sind bei 13.000 kaum spürbar.

Als Claus‘ Familie das Haus 1906 (und das Nebenhaus 1932) gebaut hat, gab es die Landstraße noch nicht. Die Entwicklung der Verkehrsbelastung konnte sie da noch nicht ahnen. Klar. „Wenn ich könnte, würde ich sofort wegziehen. Aber bei diesem Standort würde ich für das Haus sicher nicht viel Geld bekommen“, sagt Claus.

Straßen NRW kann die Tatsache, dass der Verkehr immer weiter zunimmt, nicht ändern. Meyer hat Verständnis dafür, dass Anwohner besorgt sind. Dass die Landesstraße in Zukunft an einigen Stellen eine andere Trasse bekommt, kann da aber nur helfen. Verschlimmern werde sich die Situation sicher nicht. Mit dem Ausbau soll der Verkehrsfluss auf dem 3,73 Kilometer langen Stück verbessert und die Verkehrssicherheit erhöht werden. Zusätzlich wird ein Teil der Straße mit Lärmschutzwänden versehen.

Claus fühlt sich alleine gelassen. Als Bürgerin der Stadt Herzogenrath wünscht sie sich, dass man ihrem Ärger mehr Gehör verschafft. Allerdings kann die Stadt in dem Fall wenig tun. „Straßen NRW ist Baulastträger“, sagt der Technische Beigeordnete der Stadt Herzogenrath, Ragnar Migenda. Er empfehle jedem Bürger, Straßen NRW die Probleme zu nennen und gegebenenfalls um eine Entschärfung zu bitten. Entscheidungen könnten nur sie treffen. Die Stadt sitze da einfach am kürzeren Hebel.

Beleuchtung der Kreisverkehre

Im Zuge der Baumaßnahmen hat sich die Stadt indes für eine durchgängige neue Beleuchtung des Fahrradwegs eingesetzt. Der Fahrradweg wird von vielen Schülern genutzt, da der Weg direkt zum Schulzentrum führt. Auch die Beleuchtung der neuen Kreisverkehre hält die Stadt für notwendig. Mit Straßen NRW ist aber laut Migenda noch nicht geklärt, wer die Kosten trägt. Im Dezember komme man zusammen, um darüber zu entscheiden.

Claus wartet ab, sagt sie. Mittlerweile habe sie ihre Einfahrt gut beleuchtet, so dass Fahrradfahrer gewarnt sind. Allerdings glaubt sie nicht, dass sich ihre Situation in Zukunft ändern wird.

In Sachen Vereinsgelände für den Schäferhundeverein gibt es nichts Neues. Zuletzt hatte es Anfang September ein Gespräch zwischen Stadt, Straßen NRW und dem Verein gegeben.

Ein geeigneter Standort ist aber noch immer nicht gefunden. Hans Cülter, Vorsitzender des Vereins, sagt auf Nachfrage, dass er im Januar ein Gespräch mit dem Bürgermeister hat. „Es gibt schon Vereine, die glauben, wir existieren nicht mehr“, sagt Cülter. Gelände oder Heim gehören zu einem guten Verein einfach dazu, sagt er. Für ihn sei es nach wie vor keine Option, ein Vereinsgelände in Merkstein zu beziehen.

Der Verein heiße schließlich Ortsgruppe Niederbardenberg. Cülter bleibt optimistisch. Vorerst. Stelle man dem Verein aber bis Mitte nächsten Jahres kein geeignetes Gelände zur Verfügung, ziehe er Konsequenzen. Auch eine richterliche Auseinandersetzung schließt Cülter dann nicht mehr aus.

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