Eurode: Kunstroute führt Menschen zusammen

Eurode: Kunstroute führt Menschen zusammen

Die Auswahl ist riesig: Malerei, Skulpturen, Objekte, Installationen, Textildesign, Fotografie - eine große Bandbreite an Kunst, ebenso vielfältig wie die Macher, vereint die Eurode-Kunstroute.

Bereits zum dritten Mal in Folge hat das grenzüberschreitende Event, an dem sich die Städte Herzogenrath und Kerkrade beteiligen und das von Ehrenamtlern getragen und organisiert wird, am Wochenende Kunst-Freunde aus der gesamten Region in die Grenzstädte gelockt.

„Den etwas kunstinteressierten Bürger - frech gesagt - etwas erziehen, dass er sich noch mehr interessiert”, ist ein Ziel, das Hartmut Dammer, Leiter des Kunst-, Kultur- und Wirtschafts-Zentrums Herzogenrath (KKWZ) „Villa Herzogenrath”, verfolgt. Mit der Eröffnung, die in den Räumen der Villa an der Roermonder Straße stattfand, gaben der Herzogenrather Bürgermeister Christoph von den Driesch und der Beigeordnete der Gemeinde Kerkrade, Leo Jongen, den Startschuss.

65 Einzel- und Gruppenausstellungen bieten teilweise unbekannten Künstlern eine Plattform, ohne dabei ein Hobbykunstmarkt zu sein. Hochwertige Arbeiten können bestaunt werden, die Motivwahl ist vielseitig, ebenso Form und Material. Das Interesse an bildender Kunst ist groß, die Aufmerksamkeit für die Veranstaltung wächst jährlich.

Mit der Route wollen die Macher aber nicht nur „das Kunstgeschehen in der Euregio fokussieren”, wie Svitlana Bilash, Künstlerische Leiterin des KKWZ, betont, sondern auch das Konkurrenzdenken der Künstler untereinander reduzieren. „Gemeinsam geht es besser als wenn jeder alleine kämpft.”

Das spiegelt sich auch darin wider, dass die Kunstroute ursprünglich von Künstlern aus Eurode initiiert wurde. Für Christoph von den Driesch ein Zeichen, dass „Eurode auch außerhalb der Rathäuser gelebt wird”. Die Künstler knüpfen untereinander Kontakt. Verbindungen, Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede in der kulturellen Identität der deutschen und niederländischen Künstler werden aufgezeigt. Die Kunst wird zum Mittler zwischen Menschen zweier Länder und Kulturen.

Josephine van den Borgh ist im letzten Jahr auf das Event aufmerksam geworden, hat mehrere Ausstellungen besucht. Für dieses Jahr hat sie sich vorgenommen, mindestens zehn Schauplätze zu besuchen. „Wobei die Villa mindestens für zwei zählt”, sagt sie und lacht, denn in den Räumen haben 27 Künstler einen Teil ihrer Werke ausgestellt. „Ich mag diese Mischung verschiedener Stile und Ansätze. Jeder Künstler geht anders mit einem Thema um, interessiert sich für andere Dinge. Es ist einfach sehr vielfältig und für jeden etwas dabei.”

Vor Ort kommen die Besucher mit den Künstlern ins Gespräch, die überall in den vielen Ausstellungsorten in Eurode - etwa im EBC, im Eurode-Bahnhof, im Werkplaats K oder mehreren offenen Ateliers - zugegen sind. Dadurch ergibt sich ein neuer Zugang zur Kunst, wodurch der Wunsch der Organisatoren vielleicht zumindest etwas näher rückt: Kunst mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken.

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