Farbenprächtige Werke: Kunst stellt Kontrapunkt zu negativen Nachrichten dar

Farbenprächtige Werke : Kunst stellt Kontrapunkt zu negativen Nachrichten dar

So wie ein pinker Pullover an einem trüben Regentag die Stimmung aufhellt, so vermag es auch der Blick auf eines der Werke von Petra Scheuer. Die Malerin liebt Farben und das Spiel damit. Nicht umsonst hat sie ihrer Malerei den Arbeitstitel „Positive Kunst“ verliehen.

Seit mehr als zwölf Jahren malt die Pädagogin wieder, nachdem sie zuletzt eine kleinere kreative Pause eingelegt hatte. In den Räumlichkeiten des Frauen-Kommunikationszentrums „FrauenKomm.Gleis1“ im Herzogenrather Bahnhof präsentiert Scheuer jetzt aktuelle Arbeiten von 2011 bis 2017. Mit Kuratorin Stefanie Sauer-Bloch vom Vorstand des Kommunikationszentrums eröffnete sie die Werkschau jetzt im Rahmen einer Feier.

Natürlich ist viel Farbe im Spiel, wie etwa im großformatigen Werk „Mutter“, das in Rosarot und abstrakter Darstellungsform eine Mutter mit ihrem Kind zeigt. „Mir geht es um eine Farbe und Formensprache, die Umhüllung und Geborgenheit schenkt“, erzählt Scheuer, die im belgischen Gemmenich lebt und als Grundschullehrerin in Verlautenheide arbeitet. Seit zweieinhalb Jahren ist sie Mitglied im „FrauenKomm.Gleis1“ hat schon an einem Fotowettbewerb teilgenommen und hilft bei der Illustration der Vereinszeitschrift „Netzwerken“.

Die Ausstellung zeigt viele kraftvolle, intensive Gemälde und trägt den Titel „Farbe Seele Mensch“. „Ich möchte damit gerne einen Kontrapunkt zur Flut an verstörenden Bildern setzen, zu den vielen negativen Nachrichten, die uns jeden Tag erreichen“, erklärt Scheuer. Mit ihren Kindern erlebt sie auch bewusst die Museumswelt. „Da verließen wir vor Kurzem einmal schneller die Ausstellungshalle als erwartet, da wir die Destruktivität der Farben, Formen und Motive nicht länger ertragen wollten. Die Kinder fanden es furchtbar und mir wurde klar, dass ich so etwas mit meinen Bildern nicht in die Welt bringen möchte“, erzählt Scheuer.

Ihr gehe es um einen lichtdurchfluteten Raum, eine angenehme Stimmung, schöne Farben und Motive, die den Betrachter in Kontakt mit dem eigenen Inneren bringen. „Ich möchte das Publikum schmunzeln lassen und anrühren, so dass es inspiriert und mit neuem Schwung nach Hause geht“, betont Scheuer, die sogar einige Duftbilder darbietet.

Neben Farbe und angenehmen Düften gibt es aber auch reduzierte Kunst. Denn die Künstlerin versteht sich nicht nur auf Farbe. Auch eine weiße Phase gab es. Ein Werk mit dem vielsagenden Titel „Lichtblick“ kommt ganz ohne Farben aus. „Der Betrachter fragt sich, was hier fehlt und es fällt ihm vielleicht auf, was Farbe eigentlich ausmacht“, erklärt Kuratorin Stefanie Sauer-Bloch. Sie weiß ebenso wie die Künstlerin, dass Farbe einfach wirkt. Petra Scheuer, die ausgebildete Farbtherapeutin ist und darüber den Weg zur Kunst gefunden hat, muss es wissen.

Viele ihrer Arbeiten sind im Doppelpack entstanden. Diese „Zwillingsbilder“ tragen Titel wie „Freundlichkeit oder „Zwei Erden“. Besonders ins Auge fällt ein Werk mittlerer Größe mit dem Titel „Energie“, das aus einer großen Farbfläche besteht. Acryl und Ölkreide sind die bevorzugten Arbeitsmittel der Malerin. Verschiedene Schichttechniken ergänzen das Arbeitsspektrum der dritten Ausstellung von Petra Scheuer.

Die Ausstellung „Farbe Seele Mensch“ ist bis 30. November werktags von 9 bis 16 Uhr zu sehen. Infos unter www.frauenkommgleis1.de.