Alsdorf: „Kunst für Alsdorf“: In Erinnerung an die Geschichte unter Tage

Alsdorf : „Kunst für Alsdorf“: In Erinnerung an die Geschichte unter Tage

Der Blick soll zu Boden gehen. Genauer: Auf das, was noch vor rund drei Jahrzehnten tief darunter war. An die Lage und Tiefe der ehemaligen Bergmannsstollen und -strebe unter der Stadt sollen künftig runde „Geschichtsplatten“ in den Gehwegen erinnern. Mit dieser Idee hat eine studentische Gruppe bei der jüngsten Auflage des Wettbewerbs „Kunst für Alsdorf“ überzeugt.

Alle drei Jahre schreibt der Kunstverein Alsdorf mit Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Aachen und der Stadt Alsdorf den Wettbewerb aus. Bei der achten Auflage stand die Bergbauvergangenheit im Fokus. „Halden bleiben“ war das Stichwort, zu dem die Fachjury 13 Entwürfe sichten konnte.

Der Sieger steht nun fest: „Acht für Alsdorf“ nennt sich das Entwerferteam aus acht Architekturstudenten der RWTH Aachen unter der Leitung von Axel Friedrich vom Lehrstuhl für bildnerisches Gestalten. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Es war eine spannende Aufgabe, die Geschichte, die Menschen und die Stadt in realisierbarer Kunst zusammenzubringen“, sagte Friedrich.

Hinweise auf Schachtverläufe

Die „Geschichtsplatten“, die die Studenten entwickelt haben, könnten im Metallguss angefertigt werden und überirdisch die ehemaligen Schachtverläufe der Untertage-Wege aufzeigen. 9000 Euro stehen als Preisgeld für die Umsetzung bereit. Pfeile auf den Platten weisen zum jeweils nächsten Punkt. So entsteht ein Wegenetz. „Nicht die einzelne Platte ist das Kunstwerk, sondern das ganze Konzept“, sagte Axel Friedrich. Bis dahin ist es noch ein Stück.

„Es ist natürlich noch ein bisschen Arbeit, anhand von alten Karten die genauen Wege herauszufinden. Doch danach sollen die Platten einen Wegweiser darstellen und unterschiedliche Informationen wie den Schachtnamen und Tiefenangaben beinhalten. Man kann sich auf einen ungewöhnlichen Standrundgang freuen, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet“, sagte Andrea Presl vom Kunstverein Alsdorf.

Nachdem nun der Siegerentwurf feststeht, geht es in die weitere Planungs- und Umsetzungsphase. Wenn alles gut läuft, wird zur offiziellen Projektvorstellung am Samstag, 17. November, die erste Geschichtsplatte verlegt. „Vorher wird noch in einer Arbeitsgruppe mit Entwicklern, Fachleuten und Straßenbauern diskutiert, wo und wie viele Platten möglich sind“, fügte Presl an.

Die Verantwortlichen hoffen auf Begeisterung und großes Interesse der Alsdorfer Bürgerinnen und Bürger für das Kunstprojekt. So erläuterte Friedrich die Zukunft der „Vergessenen Pfade“, so der Untertitel des Projekts: „Es wäre wirklich toll, wenn der ein oder andere Lust hat, an diesem Geschichtsparcours mitzumachen und eine Platte spendet. Sollte ein alter Streb unter einem Vorgarten verlaufen, wäre das doch eine schöne Sache, wenn man sich ein bisschen Alsdorfer Geschichte vor die eigene Tür holt.“

In einer Konzeptausstellung sollen alle jurierten Arbeiten in der Sparkassen-Geschäftsstelle am Saint-Brieuc-Platz präsentiert werden. Die Vernissage findet dort am Donnerstag, 13. September, um 19 Uhr statt.