Herzogenrath: Kunst-Ausstellung: Das Fremd-Sein sichtbar machen

Herzogenrath: Kunst-Ausstellung: Das Fremd-Sein sichtbar machen

„Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt, auch die Reise zu sich selbst“, sagt Michaela Frank. Die Aachener Künstlerin mit persischen Wurzeln hat im Rahmen des internationalen Frauentages in Herzogenrath eine ganz besondere Ausstellung im FrauenKomm.Gleis1 eröffnet.

Unter dem Titel „Fremd-Sein — Die Kunst der Migration“ zeigt sie Bilder, die bewegen. „Das Fremd-Sein verbindet Themen wie Migration, Heimat, Exil und Zugehörigkeit“, sagt Frank, deren Bilder besonders persönlich gefärbt sind, da sie vor dem Hintergrund ihrer Familiengeschichte entstanden sind.

Erst vor Kurzem lernte Frank ihren persischen Vater kennen, fand zu ihren eigenen Wurzeln und verarbeitete dies in vielen ihrer aktuellen Werke. Eine Serie trägt den Titel „Reise in den Orient“. Das Bild, das Frank am wichtigsten ist, nennt sich „Gen-Information“. Es ist besonders authentisch und zeigt, wie sich für die Künstlerin der Kreis geschlossen hat.

Die Halbiranerin wurde 1958 in Bonn geboren, studierte in Köln Kunst und Kunsttherapie sowie im belgischen Genk Bildende Kunst. Studienreisen führten Frank nach Bali, New York, Russland, Südafrika, Iran, USA und Namibia. Seit 2010 lebt sie in Aachen. „Meine Wurzeln nicht zu kennen war der Motor für meine Neugierde, meine Reisen“, erzählt Frank, die gerne Fundstücke in ihren Werken einarbeitet.

Ein ganzes Jahr lebte sie in Kapstadt, eine Zeit, die sie sehr geprägt hat. Es sei eine „Heimat auf Zeit“ gewesen und ein Bild einer Giraffe von 2005 erinnert daran. Auch die große Verbundenheit zu Köln hat sie in der Ausstellung bildlich festgehalten.

„Sichtbar wird Fremd-Sein oft an Äußerlichkeiten. Dabei bewegen sich Kunst und Kultur nicht im luftleeren Raum, sondern sie transportieren Erfahrungen, Symbole, Verbindungen“, sagt Ausstellungsorganisatorin Uta Göbel-Groß. Franks Bilder befassen sich mit Identitätsbildung und Integration eines entfernten genetischen Erbes. „Sie beinhalten Neugier, Sehnsucht, Erfüllung und sind Basis für vielfältige Assoziationen“, betont Göbel-Groß. Die Ausstellung soll Anlass sein für vielfältige, tiefgehende Gespräche und Diskussionen.

Im Rahmenprogramm gibt es ein Frauenkulturfrühstück mit Lesung der türkischstämmigen Autorin Lale Akgün am 16\. März um 10 Uhr.

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