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Herzogenrath: Kulturangebot der Stadt wurde zum Zankapfel

Herzogenrath : Kulturangebot der Stadt wurde zum Zankapfel

Engagiert sich die Stadt Herzogenrath genug in Sachen Kultur? Darüber entbrannte am Donnerstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur eine heftige Kontroverse zwischen CDU- und SPD-Fraktion.

Es war Manfred Fleckenstein der den Stein ins Rollen brachte. Angesichts des von der Stadtverwaltung vorgelegten Kulturfahrplanes für das kommende Jahr fand er nur eine Bezeichnung für das Angebot: „Erbärmlich”. Der Stadt Herzogenrath „unwürdig”.

Damit meinte er explizit nicht die kulturellen Anstrengungen der Vereine: „Unsere Vereine machen eine hervorragende Arbeit”, erklärte der Sozialdemokrat. Das städtische Kulturangebot sollte sich auf einem anderen Niveau bewegen als das der Vereine. Schließlich könnten sich die Vereine manche Künstler gar nicht leisten. Die Stadt bleibe mit ihrem Angebot Meilen hinter dem Angebot der Nachbarstädte Alsdorf oder Würselen zurück.

„Stichting Euriade”

Ein solche negatives Votum wollte Beigeordneter Christoph von den Driesch nicht auf der Verwaltung sitzen lassen. Das kulturelle Angebot in der Stadt sei „hervorragend” konterte er und verwies unter anderem auf die Arbeit der „Stichting Euriade” und verwies auf die unlängst auf Rolduc stattgefundene Verleihung der Martin-Buber-Plakette an Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Für die CDU-Fraktion sprang Renate Gülpen dem Beigeordneten zur Seite. Das kulturelle Angebot auch der Stadt sei gut. Freilich vermisste sie eine Zusammenschau aller kulturellen Veranstaltungen im Stadtgebiet. „Das fehlt nicht nur hier im Ausschuss, sondern auch im Bewusstsein der Bevölkerung.”

Ein elftes Oktoberfest

Ein Programmpunkt in dem Veranstaltungsreigen hatte es Manfred Fleckenstein besonders angetan: das neu ins Programm aufgenommene Oktoberfest. Fleckenstein: „Wir haben schon zehn Oktoberfeste in unserer Stadt, ist es da wirklich notwendig noch ein elftes zu machen?”

Fachbereichsleiter Josef Poqué beeilte sich zu erklären, dass es sich nicht um ein herkömmliches Oktoberfest handeln werde, sondern um eins mit bekannten Künstlern.

Anhebung des Niveaus

Das brachte Hartmut Prast (SPD) darauf, das von Vize-Bürgermeister Fleckenstein Gesagte zu präzisieren: „Wir befinden uns als Stadt nicht auf Augenhöhe mit der Euriade-Stichting. Das ist das, was der Kollege Fleckenstein meint.” Angesagt sei daher eine Anhebung des Niveaus. „Das muss nicht unbedingt mit Geld verbunden sein.”

Beigeordneter von den Driesch befand, der Vergleich mit Würselen und Alsdorf hinke. Schließlich verfügten beide Städte mit der Stadthalle einerseits und der Burg Wilhelmstein andererseits über eine Infrastruktur, mit der man ein höher wertiges Programm anbieten könne.

Der grüne Johannes Wallbrecht versuchte zu den Sozialdemokraten gewandt - zu vermitteln: „Alles ist verbesserungsfähig - keine Frage.”