Alsdorf: Kultur- und Bildungszentrum: Schüler dürfen auf moderne Räume hoffen

Alsdorf: Kultur- und Bildungszentrum: Schüler dürfen auf moderne Räume hoffen

Jetzt, nachdem die Bagger angerollt sind, um die Baugrube einzurichten, geht es an der Ecke Konrad-Adenauer-Allee und Carl-von-Ossietzky-Straße gar nicht mehr so beschaulich zu. Denn nachdem im Februar der Baustart für das neue Gebäude der Euregio-Solar-Zentrum GmbH erfolgte, soll es im Mai mit dem Bau des Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz) gegenüber dem Alten Wasserturm losgehen.

Die Baufahrzeuge rollen jetzt, die mächtige Baugrube für den Neubau wird derzeit ausgehoben, die den Baukörper für Realschule und Gymnasium aus Ofden aufnehmen soll. Zudem wird die alten Kraftzentrale hergerichtet, um vor allem für kulturelle Arbeit und als Begegnungszentrum im Zusammenhang mit dem Projekt Soziale Stadt zur Verfügung zu stehen. Die Kosten des Gesamtvorhaben werden auf mittlerweile 40,3 Millionen Euro taxiert. Bei der Sondersitzung des Stadtrates in der Aula des Ofdener Gymnasiums haben jetzt Fachleute des Planers gmp (Gerkan, Marg und Partner) Einzelheiten vorgestellt.

Die Lage des Kubiz: Direkt gegenüber dem Alten Wasserturm an der Konrad-Adenauer-Allee wird der Neubau von Gymnasium und Realschule entstehen. Die langgestreckte Kraftzentrale an der Carl-von-Ossietzky-Straße wird für die Musik- und Kunstschule sowie als Veranstaltungsstätte mit Großküche genutzt. Foto: gmp

„Viel Leben“ wird es nach Ansicht von gmp-Mitarbeiter Michael Gutena auf der dreieckigen Fläche zwischen Kraftzentrale und Neubau geben. Immerhin werden rund 1000 junge Leute an beiden Schulen unterrichtet. Die Fläche kann zudem auch für Veranstaltungen genutzt werden. Die Parkplätze oberhalb und unterhalb der Kraftzentrale bleiben erhalten, 47 neue angelegt. Genügend Platz gibt es für das „Anliefern“ von Schülern durch ihre Erziehungsberechtigten („Kiss&Ride-Service“).

Die alte Kraftzentrale soll „herausgeputzt“ werden: In Absprache mit dem Denkmalschutz sollen die Schäden an der Außenfassade beseitigt und der besondere Charakter des Gebäudes aus Zeiten des Steinkohlenbergbaus herausgearbeitet werden. Foto: gmp

Die Freiraumgestaltung ist so gehalten, dass dem Bewegungsdrang der Heranwachsenden Genüge getan werde, versicherte der Planer. Die Flächen werden durch Materialmix gestaltet. Eine 1,20 Meter hohe Hecke mit diversen Zugängen wird den Schulhof umgeben, führte Gutena aus. Der Durchgang der beiden Schulen verfügt über zwei große Toranlagen, die abends geschlossen werden. „Zurückhaltend elegant“ sind mit Blick auf den Backsteinbau Kraftzentrale die Fassaden des Neubaus gehalten. Grau-Anthrazit, die Fensterbereiche hell abgesetzt.

Die Außenhülle der Kraftzentrale wird gemäß Fassadenkataster in Absprache mit der Denkmalbehörde saniert, „Die Schadensbilder werden beseitigt. Wir werden die notwendigen Maßnahmen einleiten“, sagte gmp-Mann Gutena.

Spezielle Beleuchtungskonzepte (natürliches und künstliches Licht) werden die mit den Schulleitungen, der Stadtverwaltung und der mit der Organisation des Baus beauftragten städtischen GSG Grund- und Stadtentwicklung GmbH Unterrichtsräume und Flure ins rechte Licht setzen. Auch die Akustik wurde für jeden einzelnen Raum genau untersucht, um die Sprachverständlichkeit zu gewährleisten. Im Untergeschoss werden die Umkleidegebäude für die im Boden teilweise versenkten Turnhallen untergebracht wie auch Geräteräume und Haustechnik.

In der Kraftzentrale werden nach der „Indoor“-Methode drei eigenständige Kuben (Gebäude) eingesetzt. Der erste umfasst zwei Geschosse nebst Aufzug und wird unter anderem Musik- sowie Jugendkunstschule aufnehmen. Im zweiten wird die Stadtteilküche für 240 Personen installiert — nebst Lehrküche. Die dritte Einheit dient als Multifunktionssaal.

Die Bereiche können zusammen für Großveranstaltungen von bis zu 800 Personen dienen. Im Obergeschoss werden Seminar- und Konferenzbereiche geschaffen. Zudem sind dort Funktionsräume der Realschule vorgesehen. Barrierefreiheit und ein „taktiles“ Leitsystem erleichtern Menschen mit Handicap Zugang und Orientierung, so das Konzept.

Um möglichst den Kohlendioxidausstoß bei der Heizung zu minimieren haben, sich die Planer für den Einsatz von Holzpellets entschieden. Während Erdgas laut Andy Tagoe, der im Auftrag der Firma TGA an dem Projekt arbeitet, auf eine Bewertung von 1,1, Heizöl auf 1,2 und Biogas auf 0,5 kommen, liegen Pellets auf ungleich günstigere 0,2.

Außerdem, so ließ das Planungsbüro vernehmen, würden hierfür keine Bäume extra abgeholzt, da es in Deutschland sehr viel Restholz, also praktisch Holz-„Müll“ gebe, der mit einer Pellet-Heizung einer sinnvollen und umweltschonenden Nutzung zugeführt werde. Energie- und Kosten schonende wirke auch die Bauweise des Kubiz. Die in den Boden teilweise versenkten Sporthallen würden im Winter durch den Boden gegen Kälte geschützt, im Sommer wirke dies umgekehrt kühlend.

Befürchtet wird seitens der Grünen, dass die alte Kraftzentrale, in der lediglich die drei eingebauten Gebäude-Kuben geheizt werden doch viel mehr an Energie schlucken wird, als berechnet wurde.

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